Berset droht mit neuen Massnahmen in einer Woche

«Jetzt bitte Engagement»: So rief Bundesrat Berset heute die Bevölkerung auf. Sonst gibt es neue Massnahmen.

, 21. Oktober 2020, 12:30
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«Wir bereiten uns auf neue Massnahmen vor», sagte Bundesrat Alain Berset heute an einer Medienkonferenz. In Kraft treten werden solche neue Regeln aber erst in einer Woche - und nur dann, wenn sich tatsächlich keine Verbesserung der Zahlen abzeichnet.

Wallis hat höchsten Anstieg

«Jetzt bitte Engagement», rief Berset die Bevölkerung auf und redete den Leuten gut zu: «Wir haben das ja geübt Anfang Jahr.» Er warnte: Die Schweiz steht schlechter da als fast alle anderen europäischen Länder.
Derzeit hat das Wallis die höchsten Ansteckungszahlen. Allein gestern hat der Kanton 390 neue Ansteckungen publiziert. Die Positivitätsrate liegt bei 27,6 Prozent. Geht die Entwicklung so weiter, reicht die Kapazität der 187 Corona-Betten in den Walliser Spitälern nicht lang. Wenig Ansteckungen verzeichnen Schaffhausen, der Thurgau, Solothurn, Luzern und der Aargau.

Noch kein Kurz-Lockdown geplant

Mögliche Massnahmen, die der Bundesrat in einer Woche treffen könnte, würden Veranstaltungen, Versammlungen und öffentliche Einrichtigungen betreffen, kündete Berset an.
Ganz einschneidende Massnahmen wie eine Ausgangssperre oder einen Kurz-Lockdown zieht der Bundesrat derzeit noch nicht in Betracht. Dazu sei noch nicht der richtige Zeitpunkt. Er setze jetzt vor allem auf die Vernunft und die Verantwortung der Bevölkerung.

«Das Virus hat keine Beine»

Doch im Freundeskreis könnte die Bevölkerung das Risiko problemlos mit den entsprechenden Vorsichtsmassnahmen minimieren. «Das Virus hat nicht zwei Beine, um uns anzustecken. Es sind die Menschen, die zu wenig vorsichtig sind», erklärte Berset.
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