Bei diesen Gesundheitsberufen stieg die Nachfrage besonders stark

In den letzten zwölf Monaten wurde auf dem Arbeitsmarkt deutlich mehr Gesundheitspersonal gesucht - damit setzt sich der Trend weiter fort.

, 5. Oktober 2020 um 08:27
image
Gesundheitspersonal ist gefragt. Seit dem Jahr 2015 ist die Zahl der Stellenausschreibungen um 35 Prozent gestiegen. Dies geht aus den am Montag publizierten Daten der Universität Zürich und der Zeitarbeitsfirma Adecco hervor. 
Auch die Coronakrise konnte dieser Entwicklung nur wenig anhaben. Im Vergleich zum Vorjahr (Stand Ende drittes Quartal) stieg die Zahl der Stellenausschreibungen im Gesundheitswesen um satte 15 Prozent an. In der Gesamtwirtschaft ging die Zahl der Ausschreibungen derweil zurück. Im Gesundheitswesen wurde nur im zweiten Quartal - also während des  Lockdowns - ein zwischenzeitlicher Rückgang verzeichnet.

Nachfrage mehr als verdoppelt

Die Nachfrage entwickelte sich in den letzten fünf Jahren nicht in allen Berufsfeldern des Gesundheitswesen analog. Am stärksten stieg die Nachfrage beim pflegerischen Hilfspersonal. Die Zunahme beträgt bemerkenswerte 120 Prozent. Auch bei den Fachpersonen Gesundheit (FaGe) verdoppelte sich die Nachfrage. Beim Pflegefachpersonen betrug die Zunahme 27 Prozent. Und im vergangenen Jahr? Da betrug die Zunahme im Pflegebereich zwischen 16 (Pflegefachpersonen) und 39 (Hilfskräfte in der Pflege) Prozent.
Leicht zurückgegangen ist seit 2015 die Nachfrage nach medizinischem Praxispersonal (minus 8 Prozent).

image
Grafik: Adecco

Grosse Nachfrage nach ärztlichem Leitungspersonal

Und wie sieht es bei den Ärztinnen und Ärzten aus? Im Vergleich mit 2015 stieg die Zahl der Stellenausschreibungen um insgesamt 32 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr betrug das Plus satte 17 Prozent.
Die Entwicklung verlief aber auf den einzelnen Stufen sehr unterschiedlich. Die Nachfrage nach Fachärztinnen und -ärzten ist gegenüber 2015 nur leicht erhöht (6 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr betrug das Plus aber 9 Prozent. Auch bei den Assistenzärztinnen und -ärzten fällt der Fünfjahresanstieg unterdurchschnittlich (15 Prozent) aus.
Sehr hoch war das Plus bei den leitenden Ärztinnen und Ärzten. Hier wurden in den vergangenen zwölf Monaten satte 63 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben als noch 2015.
image
Grafik: Adecco
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

USB: Rechtsstreit abgewendet, 300 Millionen bewilligt

Über ein Millionen-Darlehen ans Unispital war ein Streit zwischen dem Kanton und den Basler Privatspitälern entflammt.

image

Das Spital Uster kehrt in die Gewinnzone zurück

Eine Fusion mit dem angeschlagenen Nachbarspital Wetzikon stehe nun nicht mehr zur Diskussion.

image

Pflege: So gross wird die Ausbildungs-Lücke im Kanton Zürich

In den nächsten fünf Jahren dürfte mehr als ein Fünftel des Bedarfs an gut ausgebildeten Pflegefachleuten nicht abgedeckt sein – sagt eine Obsan-Studie.

image

Neue Direktorin für das Spital Nidwalden

Ursina Pajarola ist ab Oktober die Direktorin des Spitals Nidwalden. Sie leitet derzeit noch eine Altersresidenz.

image

Deshalb bauten die Stararchitekten das neue Kispi

Seid ihr noch bei Trost, fragte sich ein SVP-Politiker beim Anblick des neuen Kinderspitals Zürich. Es gibt aber Gründe für den exklusiven Bau.

image

Sogar das Spital Schwyz schreibt nun rote Zahlen

Es ist das erste Mal seit acht Jahren: Das bisher rentable Spital Schwyz hat 2023 Verlust gemacht.

Vom gleichen Autor

image

Covid-19 ist auch für das DRG-System eine Herausforderung

Die Fallpauschalen wurden für die Vergütung von Covid-19-Behandlungen adaptiert. Dieses Fazit zieht der Direktor eines Unispitals.

image

Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

image

Preisdeckel für lukrative Spitalbehandlungen?

Das DRG-Modell setzt Fehlanreize, die zu Mengenausweitungen führen. Der Bund will deshalb eine gedeckelte Grundpauschale - für den Direktor des Unispitals Basel ist das der völlig falsche Weg.