Asylwesen: Spitäler und Praxen stossen an Kapazitätsgrenzen

Dolmetscher oder Zusatzabklärungen führen bei Asylanten zu hohen Mehrkosten. Diese müssen im Gesundheitswesen Spitäler und Ärzte oft alleine tragen.

, 8. Mai 2017, 08:06
image
  • spital
  • politik
  • ärzte
  • gesundheitskosten
Das Schweizer Asylwesen sorgt auch im Gesundheitswesen derzeit für Diskussion. Denn die medizinische Versorgung von Flüchtlingen verursacht hohe Kosten.
Das Staatssekretariat für Migration (SEM) budgetiert für 2017 Ausgaben von 1,9 Milliarden Franken, wie die Zeitung «Schweiz am Wochenende» berichtet.

Fallpauschalen reichen nicht

Dolmetscher, aufwändige Zusatzabklärungen oder Isolationsmassnahmen könnten nicht über die üblichen Fallpauschalen abgerechnet werden, heisst es. 
Ärzte und Spitäler haben kaum Möglichkeiten, die Aufwände adäquat abzubilden, wie die Zeitung anhand des Beispiels mit Tuberkulose zeigt. 

Doppelt so hoher Aufwand

«Es kann doch nicht sein, dass Spitäler und Hausärzte das Asylwesen quersubventionieren», sagt Andreas Widmer zur «Schweiz am Wochenende»; er ist Stellvertretender Leiter der Infektiologie am Universitätsspital Basel (USB).
Bei Flüchtlingen sei der Aufwand je nach Krankheit bis zu zweimal so hoch wie bei anderen Patienten, so Widmer weiter.

MRSA-Fälle nehmen zu

Bei einer Hospitalisierung komme das Risiko dazu, dass Flüchtlinge Antibiotika-resistente Keime ins Spital bringen, heisst es im Bericht weiter. 
Denn die Fälle mit einer Kategorie resistenter Keime (MRSA) hätten wegen der Flüchtlinge wieder deutlich zugenommen, wird Christoph Fux zitiert, der Chef-Infektiologe am Kantonsspital Aarau (KSA). 
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Schweizer Arztpraxen erzielen 12,1 Milliarden Franken Umsatz

Ende 2020 waren in der Schweiz 16'876 Arztpraxen und ambulante Zentren tätig – 300 weniger als 2019. Der Bund präsentiert seine neuen Zahlen.

image

Darum sprechen psychisch Kranke oft von Krieg und Reisen

Wer unter psychischen Störungen leidet, benutzt oft Kriegs- oder Reisemetaphern, um sein Leiden zu beschreiben. Forscher wollen das nutzen.

image

Anbau verpasst: Zürich verschiebt Cannabis-Verkauf

Zürich muss seinen legalen Cannabis-Verkauf verschieben – genau wie vor drei Wochen auch Basel. Weil im Winter kein Hanf gedeiht.

image

Wie sich ein Forscher über Schweizer Homöopathie wundert

Kaum ein Land bezahlt Homöopathie aus der Grundversicherung. Ausser der Schweiz. Das ist erstaunlich, wie ein Experte sagt.

image

Direktorin des Spitalverbands steigt bei Patientenhotel ein

Die Patientenhotel-Firma Reliva holt sich eine prominente Verwaltungsrätin: Anne-Geneviève Bütikofer ist Direktorin des Spitalverbands.

image

Epilepsie-Zentrum holt Neuropädiater aus Berlin

Das Schweizerische Epilepsie-Zentrum an der Klinik Lengg hat einen neuen Spezialisten für Kinder mit Epilepsie. Er hat zuvor in Tübingen und Berlin gearbeitet.

Vom gleichen Autor

image

Insel Gruppe: Chefarzt Stephan Jakob gibt Leitung weiter

Joerg C. Schefold übernimmt die Klinikleitung der Intensivmedizin am Berner Inselspital. Er folgt auf Stephan Jakob, der in Pension gehen wird.

image

Ärzte greifen während Arbeit zu Alkohol und Drogen

Da die Belastung im Gesundheitswesen hoch ist, erscheinen offenbar Ärzte sogar betrunken oder high zur Arbeit. Dies zumindest geht aus einer Umfrage aus den USA hervor.

image

Ist Mikroplastik im Blut eine Gefahr für die Gesundheit?

Die Basler Nationalrätin Sarah Wyss will wissen, welchen Einfluss Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit hat. Hier die offizielle Antwort des Bundesrates.