«Mit diesen Codes beleidige ich Patienten»

Manchmal machen sich Ärzte die medizinische Fach-Sprache zu Nutze, um über Patienten zu lästern. Hier wieder ein paar Müsterchen.

, 13. Oktober 2016 um 09:47
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  • ärzte
  • spital
Dies zumindest behauptet ein Arzt, der anonym mit der deutschen Zeitung «Bild» gesprochen hat (Artikel kostenpflichtig). Ob sie tatsächlich zur Anwendung kommt, das wissen nur Ärzte selbst…
Hier ein Auszug aus dem humorvollen «kleinen ABC der Beleidigungen»:

  • 1. «Patient ist extern pigmentiert»

Mit dieser Aussagen machen Ärzte mehr oder weniger deutlich, dass der Patient dreckig ist und sich waschen sollte. 

  • 2. «Ich schlage eine exspektative Therapie vor»

Bedeutet: Erst einmal abwarten. Diese Krankheit geht genauso schnell von alleine vorbei.

  • 3. «Der Patient leidet unter Foetor ex ore»

Das lateinische «Foetor» bedeutet «Geruch», «ex ore» heisst: «aus dem Mund». 

  • 4. «Das ist ein Vakuumphänomen oberhalb von C Null»

Mit der Bezeichnung «C Null» meinen Mediziner den Bereich oberhalb der Wirbelsäule, also den Kopf. Wenn dort ein Vakuum herrscht, ist über den Patienten bereits alles gesagt. 

  • 5. «Hier liegt ein C2-Problem vor»

C2 steht für die Kohlenstoffatome von Alkohol. Heisst also: Der Patient ist betrunken.

  • 6. «Bei dieser Patientin haben wir eine klimakterisch akzentuierte negative Vitalitätsschwankung»

Übersetzt auf gut deutsch: Eine Frau leidet besonders stark unter den Auswirkungen der Wechseljahre.
  • 7. «Deutliche Anzeichen von Morbus Mediterraneus»
Eine zugespitzte Formulierung, bei der Ärzte auf eine geringe Schmerztoleranz des Patienten hinweisen. Anscheinend ist diese Ausprägung vor allem bei Menschen aus dem Mittelmeerraum («mediterran») verbreitet.
  • 8. «Hier haben wir eine substitutionspflichtige akute Hypolorazepamämie»
Bedeutet: Der Patient braucht dringend Beruhigungsmittel in seiner Blutbahn, da er sonst nicht zu ertragen ist.
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