Alle Spitäler fahren Zahl der Corona-Betten hoch

Die Spitäler wissen vom Frühjahr bereits, wie es geht: Sie erhöhen die Zahl ihrer Corona-Betten wieder.

, 14. Oktober 2020, 16:00
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Im Vergleich zum Frühjahr verlaufen die Vorbereitungen geregelt und wesentlich ruhiger: Die Schweizer Spitäler rüsten sich für eine neue Welle von Covid-19-Patienten. Allerdings werden nicht hektisch möglichst viele Betten bereitgestellt.

Spitäler bauen dieses Mal phasenweise aus

Viele Spitäler haben im vergangenen halben Jahr genaue Pläne erstellt, wie sie stufenweise auf zunehmenden Patientenzahlen reagieren. «Wir verzeichnen bereits eine Zunahme von Corona-Patienten und müssen leider mit einem weiteren Anstieg rechnen», sagt etwa Inselsprecher Adrian Grob gegenüber Medinside.
Aufgrund der Vorarbeiten im Frühjahr baut die Insel-Gruppe auf die bestehende Infrastruktur auf. Die Notfallbetten mit Beatmungsplätzen könnten schrittweise wieder erhöht werden, sagt Adrian Grob. Zurzeit werden in den Spitälern der Insel-Gruppe 13 Personen wegen Covid-19 behandelt.

Covid-19-Empfang wird überdacht

Aufgrund der Vorarbeiten im Frühjahr kann die Insel-Gruppe auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen. Die Notfallbetten mit Beatmungsplätzen könnten schrittweise wieder erhöht werden.
Auch der separate Covid-19-Empfang, der neben dem Spital im Freien liegt, ist noch betriebsbereit. Er wurde für die kältere Jahreszeit mit mehr Licht und einer Überdachung ausgestattet.

USZ kann bei Bedarf stufenweise erweitern

Am Universitätsspital Zürich (USZ) rechnet man schon in den nächsten Tagen mit mehr Covid-19-Patienten. «Wir können die Kapazitäten am USZ innerhalb kurzer Zeit erhöhen», versichert Sprecherin Katrin Hürlimann vom USZ. Und: «Für alle Bereiche, einschliesslich der Intensivstation, bestehen Pläne für die stufenweise Erweiterung.»

CHUV mobilisiert Betten und stellt Personal früher ein

Im Universitätsspital in Lausanne (CHUV) ist die Zahl der Covid-19-Patienten in den letzten zwei Wochen von 12 auf über 20 gestiegen. Auf der Intensivstation liegen fünf Patienten. «Wir haben noch eine Reserve von 20 normalen Betten», sagt der ärztliche Vizedirektor Jean-Blaise Wasserfallen gegenüber Medinside.
Das Problem sei, so Wasserfallen, dass im Moment das entsprechende Personal fehle. Nun werden junge Ärzte und Pflegefachleute, die nach ihrem Ausbildungsabschluss eigentlich erst im November oder später eine Stelle am CHUV angetreten hätten, bereits früher angestellt.

«Mitarbeitende sind müde und überarbeitet»

Jean-Blaise Wasserfallen verhehlt auch nicht, dass die Mitarbeitenden müde und überarbeitet seien. «Im Frühjahr mussten sie zu viel arbeiten, im Sommer konnte aber niemand richtige Ferien machen, und nun müssen sie wieder zu viel arbeiten.»

Visp ist in Phase zwei von fünf

Nicht nur die Universitätsspitäler bereiten sich auf unruhige Zeiten vor. Das Spital Visp hat bereits Platz für acht Covid-19-Patienten bereitgestellt. Drei Personen sind im Moment in Behandlung. Keiner davon muss beatmet werden oder liegt auf der Intensivstation, wie Hugo Burgener, Direktor des Spitalzentrums Oberwallis dem «Walliser Boten» sagte.
Das Spital ist mit einem Fünf-Phasen-Modell vorbereitet. Die derzeit acht verfügbaren Plätzen bedeuten Phase zwei. Innerhalb von 24 Stunden kann das Spital auf Phase drei mit 20 Betten erweitern. 35 Patienten könnten in Phase vier behandelt werden. In Phase fünf, dem schlimmsten Fall, müsste das Spital auf andere Abteilungen ausweichen. Das grösste Problem in Phase fünf wäre, genügend Beatmungsgeräte beschaffen zu können.

Frauenfeld hat Erfahrung mit 17 Intensivpatienten

«Wir sind grundsätzlich aufnahmefähig», sagte Norbert Vetterli, Direktor des Kantonsspitals Frauenfeld, gegenüber der «Thurgauer Zeitung». Würden die Patientenzahlen steigen, könne man das, wie bereits im Frühling gezeigt, bewältigen. Am 5. April waren 33 Personen hospitalisiert. Der Höchststand an Intensivpatienten wurde am 13. April mit 17 Patienten erreicht.

Aarau arbeitet noch im Normalbetrieb

Am Kantonsspital Aarau (KSA) herrscht im Moment noch Normalbetrieb. Insgesamt werden an den Aargauer Spitälern 18 Coronapatienten behandelt, wie Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie am Kantonsspital Aarau (KSA), gegenüber dem Zofinger Tagblatt sagte.
Fux rechnet mit weiteren Patienten. «Unsere Erfahrung zeigt, dass es zwei bis drei Wochen dauert, bis wir im Spital spüren, dass wieder mehr Personen positiv auf das Coronavirus getestet werden.» Fux zieht in Betracht, dass in den Spitälern wieder Operationssäle geschlossen werden müssten, um Platz für Coronapatienten zu schaffen.
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