Ärzte kritisieren mangelhaftes Statistikverständnis

Fehlende Datenkompetenz: Ärztinnen und Ärzte aus der ganzen Schweiz fordern einen besseren Umgang mit wichtigen Daten und Statistiken.

, 28. Juli 2020, 07:53
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Die Konferenz der Kantonalen Ärztegesellschaften (KKA) lancieren gemeinsam mit weiteren Organisationen einen Appell für eine «Datenkompetenz-Kampagne.» Diese soll «einen verantwortungsbewussten, kritischen, ethischen und nachhaltigen Umgang mit Daten zukünftig sicherstellen können», steht in einer Mitteilung zu lesen.
Für die Informationskampagne müssen laut dem Verband «adäquate finanzielle und logistische Mittel zur Verfügung gestellt werden.» Und Statistiker, Datenschützer, Datenethiker, Pädagogen und Fachleute müssten eng zusammenarbeiten. Das Fernziel: Mehr Qualität und eine nationale Datenkultur.

Auslegung von Zahlen verstehen

Die Corona-Krise habe den Nachholbedarf in der Datenkompetenz («Data Literacy») aufgedeckt, bei Medienschaffenden und auch in der breiten Bevölkerung. Es sei unerlässlich, diese Daten zu verstehen und insbesondere auch deren Wertigkeit und Vergleichbarkeit im richtigen Kontext beurteilen zu können.
Zudem fordern die KKA ein Validierungssystems für statische Erhebungen von grosser Tragweite: «Wenn wir aufgrund von Infektionszahlen ein ganzes Land lahmlegen, müssen wir sichergehen können, dass die Erhebungen und Analysen sauber gemacht und die Daten richtig interpretiert werden», sagt Monique Lehky Hagen, die Walliser Ärzteprasidentin und KKA-Co-Präsidentin. 
 Drei Grundpfeiler der Kampagne:
  1. Breit angelegte Informationskampagnen zusammen mit den Medien.
  2. Schaffung und Förderung niederschwelliger Schulungsmaterialien und Ausbildungsprogramme.
  3. Einrichtung unabhängiger, interdisziplinärer, zertifizierter «Data Literacy» Kompetenzstellen.
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