Addiert: Das Risiko von Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht

Wie wirken sich diese drei Befunde auf die Herz-Gesundheit aus? Dies wurde jetzt in neuen Zahlen konkretisiert. Sie sind überraschend drastisch.

, 30. November 2016 um 13:09
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  • kardiologie
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Dass Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht entscheidende Faktoren sind für Herzvorfälle – dies ist nun wahrlich kein Geheimnis. Eine neue Arbeit des American College of Cardiology umreisst die Wirkung nun aber in recht klaren Zahlen.
Genauer: Es geht um 75 bis 85 Prozent. Um so viel höher ist das Risiko einer Mannes beziehungsweise eines Frau, ein Herzversagen zu erleiden, wenn er oder sie an einer der drei erwähnten Anomalien leidet. 
Konkret verglich ein Team der Northwestern University in Chicago die Daten von tausenden Menschen im Durchschnittsalter von 45 –  und verfolgte dann die Entwicklung durch 516'000 Lebensjahre. Dabei wurden knapp 1'700 Fälle von Herzversagen festgestellt.
Übersetzt zeigte sich: Ein 45jähriger Mann ohne Diabetes, Bluthochdruck und/oder Übergewicht lebte durchschnittlich 10,6 Jahre länger, ohne dass es zu einem Herzvorfall kam.
Bei den Frauen war die vorfallfreie Durchschnittszeit sogar noch deutlich höher, nämlich um 14,9 Prozent. 

Neuer Stoff für die Diskussion

Oder umgekehrt formuliert: Männer hatten ein um 73 Prozent tieferes Risiko eines Herzanfalls, wenn sie frei von Diabetes und Bluthochdruck sowie normalgewichtig waren. Bei den Frauen waren es 85 Prozent. 
Das Team des Cardiovascular Disease Lifetime Risk Pooling Project unterschied dabei nicht en detail, welchen der erwähnten Risikofaktoren jemand hatte – beziehungsweise ob es einer, zwei oder alle drei waren. 
Die Ergebnisse überraschen im Grundsatz zwar kaum, allerdings ist das das Ausmass der Unterschiede doch deutlich: Die Aussage, dass sich hier gut vier Fünftel der schweren Herzvorfälle erklären lassen, könnte wichtig werden für die Argumentation. 
«Die Ergebnisse helfen, die Diskussion um das Herzversagen in einen neuen Rahmen zu stellen», erklärte John T. Wilkins von der Feinberg School of Medicine der Northwestern University zum Fachdienst «Statnews».
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