2'400 neue Stellen in Spitex und Heimen

Die Aufenthaltsdauer in den Alters- und Pflegeheimen nahm letztes Jahr ab. Auf der anderen Seite wurden viel mehr Spitex-Leistungen genutzt.

, 17. November 2016 um 09:04
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Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den Schweizer Alters- und Pflegeheimen hat sich innert drei Jahren um mehr als einen Monat vermindert. Letztes Jahr lag die Durchschnittszahl bei 911 Tagen.
Dies besagen neue Zahlen aus dem Bundesamt für Statistik. Der Rückgang der Aufenthaltsdauer traf auf eine die nahezu unveränderte Anzahl verfügbarer Plätze in den Heimen: Es waren 94'600 im Jahr 2015; der Belegungsgrad erreichte 93,7 Prozent. 
Dokumentation Bundesamt für Statistik: «Sozialmedizinische Betreuung in Institutionen und zu Hause 2015 – Aufenthalte in Alters- und Pflegeheimen»
Auf der anderen Seite nahm die Anzahl Stunden für Spitexdienste zu, und zwar um fast 10 Prozent. Konkret heisst das:

Leistungen von Heimen und Spitex
  • Letztes Jahr bezogen 309'100 Personen Spitex-Leistungen, was gegenüber 2014 einem Anstieg von 15 Prozent entspricht.
  • In den 1577 Alters- und Pflegeheimen wohnten 149'580 Personen (+3 Prozent) für insgesamt 32,4 Millionen Tage (-0,05 Prozent).
  • Vier von zehn Menschen ab 80 Jahren nahmen Spitex-Leistungen in Anspruch. 
  • Auch längerfristig nimmt die Aufenthaltsdauer in den Heimen ab: Seit 2012 sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer um 3,8 Prozent.
  • Insgesamt erhielten pflegebedürftige Personen durchschnittlich 1 Stunde 45 Minuten Pflege pro Tag. Dabei standen auf der einen Seite 104 Minuten Pflege pro Tag in den Heimen – und 9 Minuten zu Hause.
  • Die knapp 20,5 Millionen Stunden der Spitex-Leistungserbringer wurden zu zwei Dritteln für Pflegeleistungen und zu einem Drittel für hauswirtschaftliche/sozialbetreuerische Leistungen eingesetzt. 

Beschäftigung in Spitex und Heimen
  • Die Beschäftigten in Alters- und Pflegeheimen besetzten 90'493 Voll-Stellen, was einer Zunahme von 1,2 Prozent entspricht. Zum Vergleich: 2014 war die Stellenzahl um 2,5 Prozent gestiegen.
  • Zwischen 2013 und 2015 stieg die Anzahl der im Ausland diplomierten Fachkräfte für Pflege und Alltagsgestaltung um 9,5 Prozent an; sie wuchs damit nahezu dreimal stärker als die Anzahl der Fachpersonen mit einem Schweizer Diplom. Konkret standen 11'300 Fachleuten mit Auslandsdiplom gut 73'600 Kolleginnen und Kollegen mit Schweizer Diplom gegenüber. Der Anteil des Pflegepersonals ohne Ausbildung belief sich auf 11 Prozent.
  • Die Beschäftigung bei der Spitex nahm um 1'400 auf 20'200 Stellen zu. Am stärksten stieg sie in den Kantonen Waadt, Zürich, Bern und Solothurn an (761 VZÄ).
  • Über die Hälfte der neuen Beschäftigten arbeiten im privaten Spitex-Sektor, der gegenüber 2014 ein Wachstum von 31 Prozent verzeichnete. Die 348 Privatunternehmer verzeichneten gegenüber 2014 insbesondere eine markante Zunahme der hauswirtschaftlichen/sozialbetreuerischen Leistungen (+56 Prozent bei den Arbeitsstunden). 

 

Kosten von Spitex und Heimen
  • Die Spitex-Leistungen kosteten insgesamt 2,2 Milliarden Franken (+7,5 Prozent). Durchschnittlich kostete ein Spitex-Klient knapp 7'000 Franken pro Jahr.
  • Die Gesamtkosten der Alters- und Pflegeheime wuchsen im Vergleich zu den Vorjahren weniger stark, das Plus betrug 2,1Prozent). Sie erreichten letztes Jahr 9,7 Milliarden Franken, was 292 Franken pro Tag und pro Patient entspricht.
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