In England kommt das Spitalpersonal in 27 verschiedenen Tönen

Ein ausgeklügeltes Bekleidungs-System soll den Patienten die Orientierung erleichtern – und beim Sparen helfen.

, 30. Oktober 2023 um 12:09
letzte Aktualisierung: 20. Februar 2024 um 08:43
image
Bild: zvg.
Der englische Gesundheitsdienst NHS wird bunt und bunter: Ab nächstem Jahr trägt das Personal in den Spitälern und Kliniken des Systems insgesamt 27 verschiedene Farben – damit die Patienten, Besucher und Kollegen gleich auf den ersten Blick sehen, wen sie vor sich haben: Hebamme? (taubenblau) Apotheker? (dunkelgrün) Pharma-Laborantin? (hellgrün) Orthopäde? (rubinrot) Oder gar eine Departementschefin? (schwarz mit roten Streifen).
Die neue Farb-Organisation soll den Menschen, die in der Spital-Situation ohnehin überfordert und überwältigt sind, etwas besseren Halt bieten.
Insgesamt 27 Variationen sieht das neue Farbkonzept vor – 15 Grundfarben für die verschiedenen klinischen Berufe und dann nochmals 12 Farbnoten für zugehörige Tätigkeiten. Klassische Pflegefachleute (Nurses) tragen also beispielsweise die Farbe «Hospital blue», während Pflege-Hilfskräfte in einem helleren Blau auftreten.

Bunt heisst auch einheitlich

In einer Umfrage hatte sich 88 Prozent des Pflegepersonals erstens für eine standardisierte Uniform und zweitens für ein Farbsystem nach Funktionen ausgesprochen.
Es gibt aber noch ein weiteres Argument für die nationale Farbpalette: die Kosten. Denn jetzt, so die Hoffnung der Beschaffungsorganisation NHSSC, können dank einheitlicherer Bestellmengen günstigere Preise erzielt werden. Laut Recherchen der «Daily Mail» sollen in ganz England dadurch etwa 23 Millionen Pfund pro Jahr eingespart werden können.
Denn insgesamt wird die Bekleidung des Klinik-Personals dabei vereinheitlicht. Die Uniformen wird es noch in zwei Versionen geben – als zweiteiliges Set mit Hose sowie als Kleid.
  • Mehr: «Nursing Times», «Nursing Standard», «Wales Online». Hattip: @qhit

  • spital
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Pharmagelder 2024: Zuwendungen an Schweizer Ärzte steigen leicht

2024 erhielten Ärzte, Spitäler und Fachgesellschaften zusammen 262 Millionen Franken – 16 Millionen mehr als im Jahr davor.

image

Ob FaGe, Apotheker, Physio oder Chefärztin: Das verdient man im Gesundheitswesen

Wie steht es um Ihr Gehalt? Hier finden Sie die Standard-Monatslöhne der wichtigsten Berufe in der Gesundheitsbranche.

image

Die 10-Prozent-Illusion der Schweizer Spitäler

Eine Betriebsrendite von zehn Prozent galt lange als Überlebens-Formel für Akutspitäler. Womöglich ist dieser Richtwert zu tief. Die Beratungsfirma PwC fordert mehr Effizienz – die Spitäler höhere Tarife.

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

image

Interprofessionelle Visiten auf dem Prüfstand

Die Visiten werden geschätzt, aber nicht alle Beteiligten sind gleich zufrieden. Vor allem die Pflege bemängelt ihre Einbindung und sichtet Verbesserungs-Chancen. Dies zeigt eine Umfrage in Schweizer Spitälern.

image

Sparprogramme reichen nicht: Das Spitaljahr im Check

Kooperationen, weniger Angebote, effizientere Abläufe, Schliessungen, Nullrunden bei den Löhnen: Die öffentlichen Akutspitäler haben viel getan, um die Finanznot zu bekämpfen. Fazit: So geht es trotzdem nicht weiter.

Vom gleichen Autor

image

Osteopathie: Bundesgericht setzt Leitplanken

Das Bundesgericht kritisiert den Formalismus, mit dem das SRK die Anerkennung ausländischer Diplome verweigert. Ins Visier kommt damit auch der Bund.

image

Auch KSGR startet Hospital@Home-Angebot

Das Kantonsspital Graubünden beginnt im März ein dreijähriges Hospital@Home-Projekt, unterstützt von der ÖKK. Damit folgt es dem Trend zur externen Akutspital-Versorgung,

image

KI hilft. Aber nicht unbedingt gegen Ärzte-Burnout.

Die Hoffnung auf weniger Stress dank Künstlicher Intelligenz ist gross. Eine neue Übersichtsarbeit zeigt jedoch: Die Technologie entlastet wenig. Sie schafft sogar Zusatz-Druck.