Letzte Woche äusserte sich der
Berner Gesundheitsdirektor zum Insel-Konflikt: Pierre Alain Schnegg räumte ein, dass «Im Zuge der Neugorganisation der Insel die Mitarbeitenden 'etwas vergessen gegangen' seien». Nun widerspricht Verwaltungsratspräsident Bernhard Pulver. «Nein, ganz sicher nicht hat die Führung des Inselspitals vor lauter Baustellen die Mitarbeitenden vergessen», so Pulver in einem
Radio-SRF-Beitrag.
Als Verwaltungsratspräsident beschäftige ihn zwar die schwierige finanzielle Lage des Inselspitals, als Mensch hingegen würden ihn die Vorwürfe sehr treffen, «wonach einzelne Leute sagen, am Inselspital herrsche kein gutes Arbeitsklima oder sie hätten Angst. Das darf in einem Unternehmen wie dem Inselspital nicht sein.»
Handlungsbedarf
Allerdings gibt Bernhard Pulver zu, dass die Stimmung besser sein könnte. Als Grund für die Probleme sieht er vorallem die finanzielle Lage und die vielen Projekte, die durchgeführt wurden: «Ich glaube, unsere Leute sind erschöpft und fühlen sich teilweise zu wenig einbezogen. Das ist möglich. Diesen Vorwurf müssen wir uns machen, es gibt dringenden Handlungsbedarf».
Wie dieser aussehen könnte?
Einerseits solle die Kommunikation verbessert und das Personal stärker miteinbezogen werden. Dafür sei eine Beratergruppe für Change Management eingesetzt worden. Zudem wurde eine Anwaltskanzlei beauftragt, um das bestehende Meldesystem für Mobbingvorwürfe zu untersuchen und allfälliges Verbesserungspotenzial aufzuzeigen.
«Weiter wollen wir die Ärzteschaft besser in die Entscheidungen einbinden, ebenso den Pflegebereich», betont der Verwaltungsratspräsident.