Zürich findet Gratistests auf Geschlechtskrankheiten gut

Seit zwei Jahren können sich junge Menschen in Zürich kostenlos auf HIV, Syphilis und Co. testen lassen. Die Stadt will das Angebot nun verlängern, ausbauen und gesetzlich verankern.

, 25. August 2025 um 14:46
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Bild: Becca Tapert / Unsplash
Seit Juni 2023 können sich junge Menschen in der Stadt Zürich kostenlos auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen. Der Stadtrat hat nun die Ergebnisse vorgelegt – und zeigt sich dabei zufrieden: «Die Test- sowie Beratungsangebote stärken die Prävention, senken Infektionsraten und verbessern die Chancengleichheit beim Zugang zu Gesundheitsleistungen», so die Mitteilung.
Bis Mai 2025 wurden in den Testzentren insgesamt 6600 Konsultationen durchgeführt. Dies seien 5 Prozent mehr als ursprünglich erwartet, so die Gesundheitsdienste. Männer machten 53 Prozent aller Teilnehmenden aus. Das mittlere Alter der getesteten Personen lag bei 24 Jahren (wobei zu beachten ist, dass das Gratisangebot nur für Personen bis zum Alter von 25 Jahren gilt).
39 Prozent der Teilnehmenden liessen das erste Mal in ihrem Leben einen HIV-Test machen. In den zwei Jahren des Projekts wurden vier positive HIV-Diagnosen gestellt. Bei Chlamydien waren die Testresultate bei 249 Personen positiv, bei Gonorrhoe bei 169 Personen. Auf Syphilis wurden 16 Personen positiv getestet. Bei Hepatitis C wurden keine positiven Fälle festgestellt.
Die Evaluation habe zudem gezeigt, dass das Angebot auch das Bewusstsein für sexuelle Gesundheit gestärkt habe.
Die Stadt will nun das Pilotprojekt um zwei Jahre verlängern – mit einer Anhebung der Altersgrenze auf 30 Jahre und einem kleinen Eigenanteil der Testberechtigten. Obendrein beantragt der Stadtrat (Regierung) dem Gemeinderat (Parlament), eine gesetzliche Grundlage für ein dauerhaftes Angebot zu schaffen.
«Junge Menschen und Menschen mit geringem Einkommen sollen einfach und bezahlbar Zugang zu Tests auf sexuell übertragbare Infektionen haben», sagt der zuständige Stadtrat Andreas Hauri (GLP). «Früherkennung schützt die Gesundheit und senkt die Kosten.»
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