Zu kurze Pausen zwischen Schichten kosten Gesundheit – und Geld

Eine Studie beim Spitalpersonal in Norwegen belegt: Weniger als elf Stunden Ruhe führen zu mehr Krankheitsausfällen – und treiben die Kosten in die Höhe.

, 13. Oktober 2025 um 11:44
letzte Aktualisierung: 27. Februar 2026 um 08:16
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Symbolbild: Vladislav Muslakov / Unsplash
Wenn zwischen zwei Schichten weniger als elf Stunden Pause sind, wird es heikel. Auch in der Schweiz sieht das Gesetz vor, dass eine tägliche Ruhezeit von mindestens elf aufeinanderfolgenden Stunden zwischen zwei Schichten gewährt werden muss.
Aber: «Die Ruhezeit kann für erwachsene Arbeitnehmer einmal in der Woche bis auf acht Stunden herabgesetzt werden, sofern die Dauer von elf Stunden im Durchschnitt von zwei Wochen eingehalten wird», so das Gesetz.
Und die Realität in den Spitälern ist bekanntlich speziell.
Eine Studie bei Spitalangestellten in Norwegen ging nun der Frage nach, welche gesundheitlichen und finanziellen Kosten entstehen, wenn diese Elf-Stunden-Regel nicht eingehalten wird.
  • Ingebjørg Louise Rockwell Djupedal, Anette Harris, Erling Svensen et al: «Shift Schedule With Fewer Short Daily Rest Periods and Sickness Absence Among Health Care Workers. Al Cluster Randomized Clinical Trial», in: «JAMA Network Open», September 2025.
  • DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2025.31568
Konkret untersuchte ein Team aus diversen Unis und Unikliniken in Bergen und Oslo, ob ein Schichtplan die krankheitsbedingten Fehlzeiten reduziert, wenn das Personal seltener zu «Kurzzeit-Pausen» zwischen den Schichten verpflichtet wird.
In ihrer cluster-randomisierten Studie beobachteten Ingebjørg Louise Rockwell Djupedal, Anette Harris et al. insgesamt 66 Spital-Stationen mit 811 Angestellten; es waren überwiegend Frauen, das Durchschnittsalter lag bei knapp 40 Jahren.
Eine Gruppe erhielt für sechs Monate eine Schichtplanung, bei der es viel seltener Kurzzeit-Pausen unter 11 Stunden gab. Die andere Hälfte behielt den üblichen Plan bei.
Und tatsächlich gab es in der ersten Gruppe signifikant weniger Ausfälle wegen Erkrankungen. Die Forscher rechneten dies um – und kamen zum Schluss, dass ein System mit weniger Kurzzeit-Pausen um 190’000 Franken (2,2 Millionen norwegische Kronen) günstiger wäre, berechnet über fünf Monate. Das neue System wurde von den Angestellten auch positiv bewertet.
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Zusammenfassendes Poster: aus der zitierten Studie.
Die Ergebnisse aus Norwegen stützen frühere Studien, die kurze Ruhezeiten mit erhöhter Ausfallrate in Verbindung gebracht haben.
Allerdings ist unklar, ob eine vollständige Abschaffung solcher «short daily rest periods» zusätzliche Vorteile böte. Manche Daten deuten auf eine nicht-lineare Beziehung hin: Einzelne Kurz-Unterbrechungen könnten trotz gesundheitlicher Risiken Vorteile bringen, etwa flexiblere Dienstpläne, längere Freizeitblöcke und bessere Kontinuität in den Abläufen.
  • arbeitswelt
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