Widerstand gegen UPD-Sparmassnahmen weitet sich aus

Nun wehren sich auch Ärzteschaft und Pflegepersonal gegen die Einsparungen bei den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern.

, 1. Februar 2024 um 05:00
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Soll gestrichen werden: Das Freizeitangebot Metro der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) | UPD
Immer mehr Betroffene fürchten um das psychiatrische Angebot im Kanton Bern, seit die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) ihre Sparmassnahmen angekündigt haben.
Nun hat sich auch eine Allianz aus zehn Berufs- und Gesundheitsorganisationen gebildet und macht sich «für den Erhalt des psychiatrischen Angebotes» im Kanton Bern stark.
In der Allianz vertreten sind die Berner Ärzte- und Pflegefachverbände. Sie kritisieren, dass die Versorgungssituation in der Psychiatrie ohnehin bereits prekär sei. Mit der Streichung von Angeboten verlagere sich ein grosser Mehraufwand auf die bereits schon sehr belasteten Fachpersonen, fürchten die Verbände.

Angebote hätten entlastet

Wenn wie geplant ambulanten Angebote gestrichen würden, führe dies zu teureren stationären Aufenthalten. Die innovativen ambulanten Angebote würden der Prävention dienen, das Selbstmanagement der Menschen mit einer psychischen Erkrankung verbessern und ihnen helfen, ihre Situation stabil zu halten.
Dies wiederum entlaste Arztpraxen, spitalexterne Pflege sowie Pflegefachpersonen und die Ärzteschaft.

Kanton Bern soll weiter zahlen

Der Kanton sei dafür verantwortlich, solche Angebote zu finanzieren. Die Allianz der Berufs- und Gesundheitsorganisationen erwartet vom Kanton deshalb eine Zusicherung der finanziellen Beteiligung, damit die Angebote weiter bestehen können.
Auch die Sozialarbeit-Verbände haben bereits Widerstand gegen die Sparmassnahmen der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern angekündigt.

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