Sozialarbeitende wollen UPD-Sparkurs nicht hinnehmen

Die Sozialarbeit-Verbände künden Widerstand gegen die Sparmassnahmen der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern an.

, 25. Januar 2024 um 07:08
image
Die Universitären Psychiatrischen Dienste (UPD) Bern werden harsch kritisiert für ihren Sparkurs. | zvg
Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) müssen sparen: Der Verwaltungsrat hat beschlossen, Stellen im internen Sozialdienst abzubauen und Angebote der sozialen Integration einzustellen, wie Medinside hier berichtete.

«Kurzsichtig» und «untragbar»

SAGES, der Schweizerische Fachverband für gesundheitsbezogene Soziale Arbeit, und Avenir Social, der Berufsverband Soziale Arbeit Schweiz, künden nun aber Widerstand dagegen an. «Die beschlossenen Massnahmen zeugen von Kurzsichtigkeit und sind ein weiteres Beispiel dafür, dass eine durch Spardruck geprägte Perspektive in der Gesundheitsversorgung zu gesellschaftlich untragbaren Entscheiden führt», kritisieren sie.

«Nicht ergänzend, sondern zentral»

Mit dem UPD-Beschluss werde ignoriert, welch zentrale Rolle die Soziale Arbeit in einer umfassenden Gesundheitsversorgung spiele.
Entgegen der UPD-Kommunikation sei der Einbezug der sozialen Dimension einer psychischen Erkrankung kein «ergänzendes Angebot», sondern ein zentraler Pfeiler einer umfassenden Gesundheitsversorgung.

Verbände wollen angehört werden

Es sei längst erwiesen, dass die soziale Integration von Menschen mit psychischen Problemen der entscheidende Faktor für eine Stabilisierung und Verbesserung ihrer Situation darstellt.
Die Forderung der Verbände lautet: Die UPD und der Kanton Bern sollen die Verbände anhören und den Beschluss rückgängig machen.
  • upd
  • psychiatrie
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image
Gastbeitrag von Judith Biberstein

Das Anordnungsmodell: Theorie klar, Praxis absurd

Seit Juli 2022 können Psychotherapeutinnen und -therapeuten auf eigene Rechnung über die Grundversicherung abrechnen. Doch das System stellt Pro-Forma-Kontrolle über Vertrauen und Respekt. Ein Erfahrungsbericht.

image

Schaffhauser Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Kritik – Chefarzt tritt ab

Jan-Christoph Schaefer ist nicht mehr Leiter der Klinik. Fachleute bemängeln die Arbeit des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes.

image

Stefan Lichtensteiger wird CEO der Winterthurer Psychiatrie

Nach einem halben Jahr als zwischenzeitlicher Direktor ist er definitiv ernannt worden: Der ehemalige Chef des St. Galler Kantonsspitals leitet nun die IPW.

image

Neue Allianz für mentale Gesundheit

Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) und der Krankenversicherer CSS lancieren gemeinsam ein neues Angebot im Bereich der integrierten Versorgung.

image

«Nicht aus Spargründen» - KJPD und Klinik Sonnenhof fusionieren

Die Fusion der Stiftung Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste St.Gallen und der Klinik Sonnenhof erfolgt nicht aus Spargründen, sondern um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.

image

Neuer Direktor für die Klinik SGM

Daniel Röthlisberger wird CEO der Klinik SGM Langenthal. Er ersetzt Nathan Keiser, der Direktor der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel wird.

Vom gleichen Autor

image

«Das Inselspital ist noch lange nicht über den Berg»

Das Inselspital wartete mit guten Meldungen auf. Doch der Insel-Kritiker Heinz Locher gibt keine Entwarnung.

image

So entgehen Sie dem Hochstapler-Syndrom

Viele Ärztinnen und Ärzte überfordern sich – und glauben dann selber, dass sie über ihrem Können spielen. Das ist schlecht für die Psyche.

image

Im Schaufenster stehen vor allem unwirksame Medikamente

Bieler Ärzte schlagen eine neue Etikette für rezeptfreie Arzneimittel vor. Sie soll zeigen, wie verlässlich die Wirksamkeit nachgewiesen worden ist.