Ringgenberg bildet Geflüchtete für die Pflege aus

32 geflüchtete Personen bereiten sich im Berner Oberland auf eine Tätigkeit als Pflegehelferin oder Pflegehelfer vor.

, 16. Februar 2026 um 13:00
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Rückblick auf 2018 im Kanton Bern: Der Flüchtling Vali Heydari nahm am SESAME-Programm teil, um Pflegehelfer zu werden | Bild: Screenshot YouTube, Staatssekretariat für Migration.
Im bernischen Ringgenberg ist ein Ausbildungszentrum für geflüchtete Personen gestartet. Seit August 2025 bereitet der Verein Asyl Berner Oberland im Auftrag der kantonalen Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) derzeit 32 Teilnehmende sprachlich und fachlich auf eine Tätigkeit in der Pflege vor.
Das Projekt soll die frühe Integration fördern und gleichzeitig einen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs im Gesundheitswesen leisten, so die Mitteilung.
Die Ausbildung ist auf rund 20 Monate angelegt und verbindet Sprachunterricht mit Praxiseinsätzen in 14 Institutionen im Berner Oberland. Bereits nach wenigen Monaten zeigen sich erste Resultate: Alle Teilnehmenden der ersten Klasse haben die Deutschprüfung auf Niveau A1 bestanden. Zum Abschluss erwerben die Absolventinnen und Absolventen das Zertifikat als Pflegehelferin oder Pflegehelfer des Schweizerischen Roten Kreuzes.
Ringgenberg ist nach Bellelay im Berner Jura der zweite Standort dieser Art im Kanton Bern. Dort befinden sich derzeit rund 120 Personen in Ausbildung, die ersten haben ihr SRK-Zertifikat bereits erhalten. Mit den Ausbildungszentren übernimmt der Kanton nach eigenen Angaben schweizweit eine Vorreiterrolle. Ein weiterer Standort in Sumiswald ist geplant. Regierungsrat Pierre Alain Schnegg sieht im Ansatz ein Modell mit doppeltem Nutzen: Geflüchtete erhielten früh eine berufliche Perspektive, gleichzeitig werde der Arbeitsmarkt im Pflegebereich gestärkt.
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