Arzt ohne Studium: KI-Fälschung endet vor Gericht

Ein Mann in Österreich wollte sich mit einer von KI gefälschten Studienbestätigung in die Ärzteliste einschleichen. Ihm drohen bis zu zwei Jahre Haft.

, 16. Februar 2026 um 07:38
image
Symbolbild: Unsplash
Ein 27-Jähriger muss sich am Montag im Österreichischen Linz vor Gericht verantworten, weil er laut Anklage versucht haben soll, sich mit einer mittels Künstlicher Intelligenz erstellten Urkunde als Arzt auszugeben.
Wie der österreichische Fernsehsender «ORF» berichtet, droht ihm im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.
Der Mann soll eine Bestätigung über einen angeblich erfolgreich abgeschlossenen Studiengang an der Medizinischen Universität Wien selbst erstellt, ausgedruckt und anschliessend bei der Ärztekammer eingereicht haben, um in die offizielle Ärzteliste aufgenommen zu werden.
Vor Gericht erklärte der Angeklagte gemäss ORF, er habe die Urkunde gefälscht, um seine Freundin zu beeindrucken; er habe befürchtet, sie würde ihn sonst verlassen.
Um dem Dokument einen möglichst offiziellen Anschein zu geben, liess er die Bescheinigung zudem notariell beglaubigen. Dies geschah über einen in Schweden ansässigen Juristen: Der Beschuldigte lud einen Scan der Urkunde online hoch und erhielt gegen eine Gebühr von rund 200 Euro eine entsprechende Beglaubigung.
Bei der Ärztekammer fiel die Fälschung jedoch rasch auf. Der Mann wurde angezeigt und muss sich nun wegen des Täuschungsversuchs vor Gericht verantworten.
    Artikel teilen

    Loading

    Kommentar

    Mehr zum Thema

    image

    Pflegeinitiative: Regine Sauter verschweigt das Wesentliche

    Die vorberatende Kommission des Nationalrats will an der wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 50 Stunden festhalten.

    image

    E-GD statt EPD - Befreiungsschlag oder Irrweg?

    Das neue Gesetz über das Gesundheitsdossier soll Schwung in die stockende Digitalisierung bringen. Kritiker sehen jedoch die Gefahr, dass Spitäler und Heime ihre gesetzliche EPD-Pflicht vernachlässigen – und Millioneninvestitionen verpuffen.

    image

    Integrierte Versorgung: eine Antwort auf chronische Krankheiten

    Chronische Krankheiten stellen eine wachsende Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Mit dem Gesundheitsplan VIVA setzt das Réseau de l’Arc auf eine integrierte Versorgung, eine verstärkte Koordinierung der Pflege und eine persönliche Begleitung der Patienten in ihrem Alltag.

    image

    Charité: Berlin öffnet Kreditrahmen für Epic

    Nach einer Gesetzesänderung darf die Berliner Charité bis 2035 Kredite von bis zu 400 Millionen Euro aufnehmen. Ein wesentlicher Teil ist für das neue Epic vorgesehen.

    image

    Internationale Ehrung für Schulthess-Charité-Team

    Philipp Moroder und Doruk Akgün werden für ihre Forschung zu Infektionen nach Schulterimplantaten mit dem Didier-Patte-Award ausgezeichnet.

    image

    Appenzell prüft erneut Investorenlösung für Spitalareal

    Der Kanton Appenzell Innerrhoden startet einen zweiten Anlauf für die Entwicklung des ehemaligen Spitalstandorts.

    Vom gleichen Autor

    image

    Westschweizer Spitäler treten Einkaufsgemeinschaft bei

    Das Hôpital de La Tour und die Clinique de La Source schliessen sich der Einkaufsgemeinschaft Sana Suisse Med an. Die Kooperation soll Kosten senken und Markttransparenz erhöhen.

    image

    Unispital Lausanne besetzt Betriebsleitung neu

    Mit Jean Stoefs erhält das CHUV einen neuen Betriebsleiter. Der Gesundheitsmanager mit internationaler Beratungserfahrung tritt die Stelle im Juni 2026 an.

    image

    Spital Uster investiert in Notfall, OP und Geburtshilfe

    Das Spital Uster baut seine Infrastruktur weiter aus: Geplant sind ein ambulanter Operationssaal, eine neue Notfallstation und ein Geburtspavillon.