Reha: Stabile Ergebnisse trotz wachsender Patientenzahlen

2024 blieben die Behandlungserfolge in Schweizer Rehakliniken stabil – trotz steigender Patientenzahlen. Das zeigen die aktuellen Qualitätsmessungen des ANQ.

, 17. Dezember 2025 um 07:02
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Bild: Screenshot Imagefilm/Salina Rehaklinik Rheinfelden
Reha-Patientinnen und -Patienten erzielten 2024 während ihres stationären Aufenthalts in Schweizer Rehabilitationskliniken ähnlich grosse Fortschritte wie im Vorjahr.
Gleichzeitig nahm die Zahl der behandelten Personen in fast allen Rehabilitationsbereichen weiter zu. Das zeigt der Qualitätsbericht des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ).
Gemäss den nationalen Qualitätsmessungen erreichten Patienten im Durchschnitt vergleichbare Behandlungserfolge wie 2023 – trotz verkürzter Aufenthaltsdauer in mehreren Rehabilitationsbereichen.
Besonders bemerkenswert: Die bei Klinikeintritt erhobenen Messwerte deuten darauf hin, dass die Patienten gesundheitlich gleich stark oder sogar stärker belastet waren als im Vorjahr.

Anstieg der Fallzahlen

Parallel dazu stiegen die Fallzahlen weiter an: 2024 dokumentierten die Schweizer Rehabilitationskliniken insgesamt 99’274 stationäre Behandlungsfälle. Das entspricht einem Plus von 3’642 Fällen gegenüber 2023 und von 5’779 Fällen gegenüber 2022.
In nahezu allen Rehabilitationsbereichen wurden mehr Patienten behandelt als im Jahr zuvor. Ausnahmen bildeten die psychosomatische Rehabilitation mit rückläufigen Zahlen sowie die kardiale Rehabilitation, in der die Fallzahlen stabil blieben.

Geriatrische Reha

Die geriatrische Rehabilitation gehört zu den grössten Bereichen der stationären Reha. 2024 meldeten 52 Kliniken Daten zu 26’618 Patientinnen und Patienten (2023: 24’630 Fälle in 53 Kliniken), wovon 21’526 Fälle in die ANQ-Auswertung einflossen. Das Durchschnittsalter lag bei 83,8 Jahren (2023: 83,9).
Der Activity-of-Daily-Living-Score (dieser misst die funktionelle Selbstständigkeit der Patienten) stieg von durchschnittlich 35,9 bei Eintritt auf 44,2 bei Austritt (2023: 35,0 → 43,2).
Rund ein Viertel der Patientinnen und Patienten wurde wegen Verletzungen oder Vergiftungen behandelt, ein weiteres Viertel wegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.
Fast 96 Prozent kamen direkt aus einem Akutspital (2023: 94,6 %). Nach Abschluss der Reha konnten 79,8 Prozent wieder nach Hause zurückkehren (2023: 78,8 %). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 22,1 Tage (2023: 22,5).

ANQ-Messungen in neun Rehabereichen

Die Qualitätsmessungen des ANQ erfolgen in der geriatrischen, internistischen, kardialen, muskuloskelettalen, neurologischen, onkologischen, paraplegiologischen, psychosomatischen sowie der pulmonalen Rehabilitation

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