Vaduz: Fritz Horber verlässt das Landesspital

Der Chefarzt Innere Medizin verlässt das Liechtensteinische Landesspital im Juli dieses Jahres – was auch mit seiner Work-Life-Balance zu tun hat. Die Nachfolgeregelung läuft bereits.

, 25. Mai 2016, 08:53
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Der Stiftungsrat des Liechtensteinischen Landesspitals hatte 2012 die Position des Chefarztes geschaffen, um Qualität und Kontinuität zu sichern. Zuvor war die Funktion des medizinischen Leiters durch einen der Belegärzte ausgeübt worden. Gewählt wurde Fritz Horber, der zuvor Chefarzt an der Winterthurer Privatklinik Lindberg gewesen war.
Nun hat Horber gekündigt: Er wolle sich wieder der klinischen Praxistätigkeit in der Schweiz widmen, sagte er zum «Liechtensteiner Vaterland», und zwar voraussichtlich in Zürich: «Ich werde in der Schweiz eine Sprechstunde aufbauen für übergewichtige Patienten, welche nach Übergewichtsoperationen mit Komplikationen geplagt sind beziehungsweise welche wieder deutlich zugenommen haben.» 
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Voraussichtlich bald in Zürich: Fritz Horber (PD)
Fritz Horber ist insbesondere bekannt für seine klinische und wissenschaftliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Adipositas. Unter anderem hatte er 1997 die Schweizerische Adipositas-Stiftung mitgegründet.
Nachdem er fast vier Jahre lang rund um die Uhr für das Landesspital im Notfall zur Verfügung stand, freue er sich darauf, wieder eine angemessene Work-Life-Balance geniessen zu dürfen, so der scheidende Chefarzt im «Vaterland».
«Fritz Horber war massgeblich für den Aufbau des neuen Notfalls verantwortlich und baute die Innere Medizin als starkes Standbein aus», würdigt ihn das Landesspital in seiner Mitteilung. Und weiter: «Ihm ist es gemeinsam mit einem starken Team gelungen, das Vertrauen der liechtensteinischen Bevölkerung in das Landesspital wieder zurückzugewinnen. Darüber hinaus machte er sich für die Kooperation mit den in der Region niedergelassenen Hausärzten stark.»

Martin Liesch interimistisch

Federführend sei Horber auch bei der Ausgestaltung der vertikalen Kooperation mit dem Kantonsspital Graubünden gewesen.
Interimistisch übernimmt Martin Liesch die Funktion des Chefarztes Innere Medizin. Der 45jährige Spezialist für Notfallmedizin war im Sommer letzten Jahres nach Vaduz gekommen, nachdem er zuvor leitender Arzt der Inneren Medizin sowie ärztlicher Leiter der zentralen Notfallstation im Kantonspital Graubünden gewesen war.
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