Der Zebrafisch hat die erstaunliche Fähigkeit, sein Herz sogar nach schwerwiegenden Schäden wieder zu regenerieren. Dabei teilen sich Herzmuskelzellen, um das zerstörte Gewebe zu ersetzen. Da dieser Prozess im menschlichen Herzen nicht vorhanden ist, suchen Wissenschaftler nach den Mechanismen, die ihn im Zebrafisch auslösen.
Kein fester Plan
Ein Team um Nadia Mercader am Institut für Anatomie der
Universität Bern konnte nun in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut CNIC in Madrid und der Universität Zürich zeigen, dass Herzmuskelzellen des Zebrafisches höchst flexibel sind. Die Reparatur geschieht nicht nach einem fixen Plan, sondern auf eine flexible Weise. Dabei bauen die Fische Zellen aus verschiedenen Schichten des Herzmuskels wieder auf.
Bild: Institut für Anatomie, Universität Bern
Schnitt durch ein Zebrafischherz mit zwei unterschiedlichen Muskelzellschichten (gelb und rot). Die regenerierenden Zellen des gelben Bereichs können auch zum Wiederaufbau der roten Schicht beitragen.
Alle Herzmuskelzellen beteiligt
Die regenerierenden Herzmuskelzellen können sich im ausgewachsenen Herzen anpassen, um den Zellen in den verschiedenen Regionen der vormals defekten Herzwand zu ähneln. Es zeigte sich auch, dass Herzmuskelzellen aus allen Teilen des Herzens bei der Reparatur helfen.
«Die Ergebnisse sind interessant, da unerwartet», sagt Nadia Mercader in einer
Mitteilung. «Sie lassen vermuten, dass ein Herz auf verschiedene Weise wieder neu aufgebaut werden kann - wahrscheinlich nicht nach einem fixen Plan.»
Ein besseres Verständnis davon, was diese Flexibilität im Zebrafischherz ermöglicht, könne von grosser Bedeutung sein, um den gleichen Reparaturprozess auch im menschlichen Herzen anzustossen.
Studie:
H. Sanchez-Iranzo, M. Galardi-Casilla, C. Minguillon, A. Sanz-Morejon, J.M. Gonzalez-Rosa, A. Felker, A. Ernst, G. Guzman-Martinez, C. Mosimann, N. Mercader: «Tbx5a lineage tracing shows cardiomyocyte plasticity during zebrafish heart regeneration» - in: «Nature Communications», 30. Januar 2018