Sie verarzten kleine Wunden, erkennen als Erste die Anzeichen schwerer Erkrankungen, helfen in psychischen Notsituationen und versorgen chronisch Kranke. Die Liste der von Hausärztinnen und -ärzten durchgeführten Behandlungen liesse sich fast endlos verlängern, die Spezialisierung der Grundversorger ist ihre Vielseitigkeit. Doch derzeit sind die Hausärzte Mangelware- in wenigen Jahren
soll die Situation aber wieder besser aussehen. Das ist dringend nötig.
Die grosse Bedeutung der Hausärzte unterstreicht eine neue Studie aus den USA. Die
gross angelegte Studie von Forschenden der renommierten Stanford Universität zeigt, dass die Hausarztdichte und die Lebenserwartung miteinander korrelieren. Sprich: Je mehr Hausärzte es in einer Region gibt, desto höher ist auch die Lebenserwartung.
10 Hausärzte, sieben zusätzliche Lebenswochen
In konkreten Zahlen stieg die Lebenserwartung in der ansässigen Bevölkerung um durchschnittlich sieben Wochen, wenn zehn zusätzliche Hausärzte pro 100'000 Einwohner in einer Region ihre Arbeit aufgenommen hatten. Durch die zusätzlichen Mediziner sanken die Zahl der Todesfälle durch Kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs- und Atemwegserkrankungen um 0,9 bis 1,4 Prozent. Sank im Beobachtungszeitraum hingegen die Hausarztdichte, sank auch die Lebenserwartung.
Für ihre Studie haben die Forscher über zehn Jahren die Daten aus über 3142 US-Bezirken ausgewertet. In diesen waren rund 200'000 Hausärztinnen und Hausärzte tätig.
Hier berichtet die NZZ über die Studie.