Eine Projektgruppe im Auftrag des Kantons Thurgau stellt derzeit eine Art Erste-Hilfe-Koffer zur Sicherung der ärztlichen Grundversorgung zusammen. Ziel sei es, konkrete Handlungsempfehlungen für Gemeinden zu erarbeiten,
berichtet die «Thurgauer Zeitung».«Die hausärztliche Grundversorgung ist gefährdet», sagt Projektleiter Christoph Tobler der Zeitung. In 40 Prozent der Thurgauer Gemeinden gebe es keinen Hausarzt mehr. Ihnen empfiehlt Tobler etwa, mit ihren Hausärzten permanent im Austausch zu sein.
Praxen mit Aussenstellen
Stehe eine Nachfolgeregelung an, könnten sie ein Projekt anstossen und alle Beteiligten einbinden, so Tobler. Gemeinden können ihm zufolge aber auch direkt unterstützen. Dies, indem sie Partner oder Liegenschaften vermitteln oder sich finanziell beteiligen.
Als besonders wegweisend könnten sich laut Tobler grössere Gemeinschaftspraxen erweisen, die in mehreren Dörfern Aussenstellen betreiben – auch für Ärztinnen und Ärzte, die in Teilzeitpensen tätig sein wollen.
Anlaufstelle schaffen
Neben den konkreten Empfehlungen will die Projektgruppe auch eine Art Richtplan für die hausärztliche Grundversorgung erstellen. «Wir wollen für jede Region aufzeigen, wie viele Ärzte und welche Praxismodelle es braucht», sagt Tobler weiter.
Die Projektgruppe empfiehlt zudem die Schaffung einer Anlaufstelle, die Gemeinden und Ärzte mit Kontakten und Wissen versorgen soll. Die Trägerschaft einer solchen Stelle sei zurzeit noch offen.