Um die Erforschung der Krebsepidemiologie und der Versorgung krebskranker Menschen zu stärken, errichtet die Universität Zürich (UZH) ab 2020 die «Giorgio Noseda Professur für Krebsepidemiologie und -behandlung».
Möglich gemacht wurde sie durch eine Spende an die UZH Foundation von fünf Millionen Franken,
wie die Uni mitteilt. Und zwar von der Stiftung «Haus der Schweizerischen Krebsliga». Die Stiftung ehrt damit ihren Gründer, den Tessiner Arzt Giorgio Noseda, für seine Verdienste in der Krebsbekämpfung.
Die Stiftung hat zwar den Bau des aktuellen Sitzes der Krebsliga Schweiz finanziert, ist aber trotz ähnlichen Namen nicht mit der Krebsliga Schweiz gleichzusetzen.
Auch Patientenversorgung im Fokus
Erstmals in der Schweiz sollen laut der Universität Zürich Risikofaktoren, Krebserkrankungen auf Bevölkerungsebene, Früherkennung und Patientenversorgung übergreifend erforscht werden.
Jede dritte Person in der Schweiz erkrankt im Lauf ihres Lebens an Krebs – rund 40'500 Neuerkrankungen sind es pro Jahr. Und etwa 16'700 Menschen sterben jährlich an einer Krebserkrankung.
Die neue Professur verfolge einen datenbasierten, übergreifenden Ansatz der Krebsbekämpfung. Grundlage dafür seien insbesondere populationsbasierte und klinische Daten, heisst es.
Gesellschaftliche Bedeutung
Ziel der Professur ist es, verschiedene Forschungsbereiche stärker miteinander zu verbinden und die Krebsregistrierung wissenschaftlich zu unterstützen, wie Milo Puhan sagt. Er ist der Direktor des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention (EBPI) der UZH, wo die neue Professur angesiedelt wird.
«Die Ergebnisse aus dieser Forschung sind auch relevant, um Früherkennung und medizinische Versorgung zu planen und zu evaluieren», so Puhan. Sie leiste damit einen wichtigen Beitrag für die Bevölkerung in der Schweiz