Der Kanton Freiburg muss das Amt des Kantonsarztes neu ausschreiben. Die Kantonsärztinnen Barbara Grützmacher und Stéphanie Boichat Burdy, die sich das Amt im Job-Sharing teilten, verlassen die Stelle per Ende Mai. Dies schreibt der Kanton Freiburg
in einer Mitteilung. Grund dafür seien «unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf die Führung des Amtes», wie darin wenig aussagend zu lesen steht. Staatsrätin Anne-Claude Demierre sagt gegenüber der NZZ, dass die medizinischen Kompetenzen der beiden Ärztinnen keinerlei Anlass zu Kritik gäben. Hingegen hätten sie die «politische und organisatorische Weitsicht» vermissen lassen, die für die Führung des komplexen Amtes nötig sei.
Nur wenige Wochen im Amt
Nicht die von ihnen aufgewendete Zeit sei das Problem gewesen, sondern die «Fähigkeit, die Arbeit einzuteilen und Prioritäten zu setzen». Aufgrund der gegenwärtigen Corona-Krise seien die Defizite besonders stark zutage getreten. Sie habe sich in ihnen getäuscht, sagte Demierre der Zeitung weiter.
Die beiden Ärztinnen waren keine drei Monate im Amt. Sie traten die Stelle
Anfang März an, ihnen wird also noch während der Probezeit gekündigt. Grützmacher und Boichat Burdy arbeiten schon seit längerer Zeit nicht mehr. Derzeit sind sie laut der
NZZ krankgeschrieben. Interimistisch übernimmt Thomas Plattner, der Vorsteher des Amtes für Gesundheit. Er ist seit einigen Monaten bereits für die Führung des sanitätsdienstlichen Führungsorgans zuständig.