Männer bekommen häufig eine Glatze; Frauen nicht. Der Grund: Testosteron. Oder eben doch nicht? «Deutsche Wissenschaftler sind den Ursachen von männlichem Haarausfall auf der Spur – Testosteron scheint keinen Einfluss zu haben». Das schreibt
«Der Standard».
Die österreichische Tageszeitung beruft sich auf eine
Studie der Universitätsmedizin Greifswald. Deren Wissenschafter «haben diesen Mythos in einer der bisher grössten Studien systematisch untersucht und widerlegt».
Hohe Fallzahlen
Die Auswertung der Daten von 373 männlichen Teilnehmern der Bevölkerungsstudie Ship-Trend in Mecklenburg-Vorpommern habe keinen Zusammenhang zwischen Sexualhormonen wie Testosteron oder Androstendion und Haarausfall ergeben, schreibt «Der Standard». Die Untersuchung ergänze bisherige Ergebnisse aus klinischen Studien, die freilich nur auf sehr kleinen Fallzahlen basierten.
Die wirkliche Ursache des männlichen Haarausfalls ist nicht restlich geklärt. Nach einer gängigen Auffassung vererbt sich der Haarausfall vom Vater auf den Sohn und ist meistens hormonell bedingt. So sollen die Haarwurzeln der Betroffenen auf das Sexualhormon Testosteron besonders empfindlich reagieren.
Frau vom Mann angesteckt
Im Juni 2012 berichtete «Der Spiegel» von einer Frau aus den USA, die allmählich eine Glatze bekam. Sie war kerngesund, psychisch stabil. Die Ärzte suchten und suchten, bis sie plötzlich dem Rätsel auf die Spur kamen. Weil die Hormonproduktion in den Hoden gestört war, verwendete ihr Mann eine Testosteronsalbe. Die Salbe rieb er sich auf dem Oberarm ein. Über Körperkontakt, Kleidung, Bettwäsche und Handtücher hat die Frau das Hormon über die Haut aufgenommen – und in der Folge Haare verloren. Also doch das Testosteron?