Blutvergiftung: Empa setzt auf Magnete statt Antibiotika

Die Forschungsinstitution Empa der ETH will bei einer Sepsis Bakterien mit einer neuen Behandlungsmethode aus dem Blut «ziehen».

, 8. Dezember 2016 um 08:25
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Inge Herrmann und ihr Team von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) sowie Wissenschaftler vom Adolphe Merkle Institut und der «Harvard Medical School» sind einer neuen und schonenderen Sepsis-Therapie einen Schritt näher gekommen. 
In Versuchen konnten Bakterien bei einer Blutvergiftung mit magnetischer Reinigung entfernt werden. Das sei im Labor gelungen – und «erfolgversprechend», wie in einer Mitteilung der Empa steht.

Viele Fragen noch ungeklärt

Dazu soll das Blut der Patienten mit magnetischen Eisenpartikeln versetzt werden, welche die Bakterien an sich binden, ehe sie durch Magnete aus dem Blut entfernt werden.
In Zukunft sollte es laut den Forschern also nicht mehr zwingend notwendig sein, bei einem Verdacht auf Sepsis direkt Antibiotika zu verabreichen. 
Noch ist die Methode aber zu wenig ausgereift, um sie bei Patienten einzusetzen, heisst es. «Viele Fragen sind noch ungeklärt.» Dennoch zeigen sich Inge Herrmann und ihr Team optimistisch.
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