Berner Medizinalforscher erhalten Geld aus den USA

Die Forscherin und der Forscher setzten sich in einem internationalen Ausschreibeverfahren durch.

, 16. August 2019 um 09:26
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Zwei Berner Forschende erhalten Forschungsbeiträge aus den USA. Wie die Univerität Bern mitteilt, erhalten die Biomedizinerin Marianna Kruithof-de Julio und der Biomediziner Robert Rieben im Rahmen von zwei «Congressionally Directed Medical Research Programs», die hauptsächlich Forschung in den USA unterstützen, insgesamt 1,5 Millionen US-Doller zugesprochen.
Die amerikanischen «Congressionally Directed Medical Research Programs» (CDMRP) unterstützen im Auftrag des US Department of Defense mit Förderbeiträgen medizinische Forschungsprojekte aus zahlreichen Bereichen der Biomedizin. Es handelt sich dabei um Grants, um die sich Forschende Verfahren bewerben können, schreibt die Uni Bern. Das US Department of Defense  ist für die lebenslange medizinische Versorgung seiner Angestellten zuständig. Aus diesem Grund unterstützt es mit seinen medizinischen Forschungsprogrammen sowohl Grundlagen- wie angewandte Forschung auf zahlreichen Gebieten der Medizin, wie zum Beispiel Brustkrebs. Die «Congressionally Directed Medical Research Programs» gibt es seit 1992. Das Gesamtbudget für das Jahr 2019 beträgt rund eine Milliarde US-Dollar.

Zwei verschiedene Forschungsgebiete

Das Projekt von Kruithof-de Julio ist eines von neun Projekten in ihrem Forschungsbereich, das ausgewählt wurde. Sie setzte sich gegen 149 andere Eingaben durch - Rieben gegen 119. Kruithof-de Julio forscht im Bereich von Prostatrakrebserkrankungen. Sie will herausfinden, welche Faktoren die sogenannte Kastrationsresistenz antreiben - und will anschliessend «neue Angriffsziele für Therapien zu entwickeln».
Rieben forscht derweil daran, traumatisch amputierte Gliedmassen mithilfe der Herz-Lungen-Maschine wesentlich länger am Leben zu erhalten, um damit Zeit für die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu gewinnen. Gleichzeitig arbeitet seine Gruppe schon seit einiger Zeit an Substanzen, die die Blutgefässe während dem Unterbruch der Blutversorgung schützen und damit Schäden stark vermindern können. Im nun von den USA mitfinanzierten Projekt sollen die beiden früher entwickelten Techniken kombiniert werden.
Marianna Kruithof-de Julio wird mit rund $822’000 (umgerechnet rund 810’000 Schweizer Franken) unterstützt - Rieben mit rund $750’000 (umgerechnet rund 740’000 Schweizer Franken).

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