Ab kommender Woche gibt es im Kanton St. Gallen eine Therapie für den ambulanten Alkoholentzug. In enger Zusammenarbeit mit den regionalen Hausärztinnen und Hausärzten bieten die Suchtberatungsstellen im Kanton flächendeckend einen
ambulanten Alkoholentzug innerhalb von fünf Tagen.Der ambulante Alkoholentzug sei an und für sich keine Neuheit, sagt Gesundheitsdirektor Bruno Damann an einer Medieninformation. Neu sei die flächendeckende Komponente: «Und damit sind wir der erste Kanton, der so ein Angebot anbietet», so Damann.
Hausärzte begleiten professionell
Die Idee dahinter ist, dass die Personen nicht aus ihrem Umfeld gerissen werden und keine Fehlzeiten am Arbeitsplatz verzeichnen. Das individuelle Programm verspricht, innerhalb von fünf Tagen den Alkoholkonsum auf null zu bringen.
Der «niederschwellige» Entzug wird professionell begleitet von den regionalen Suchtfachstellen und Hausärztinnen und Hausärzten. Die ärztlichen Leistungen werden von der Krankenversicherung übernommen. Das
Angebot sei keine Konkurrenz zu den stationären Angeboten, sagt Gesundheitsdirektor Damann.
Alkohol als Risikofaktor für Krebs
Rund jede fünfte Person in der Schweiz trinkt Alkohol missbräuchlich. Das heisst: Sie trinkt regelmässig zu viel, zu oft oder zur falschen Zeit alkoholhaltige Getränke. Dieses Verhalten zu ändern, ist eine grosse Herausforderung und ohne Hilfe doppelt schwierig.
Zudem kann aus Genuss mit der Zeit auch Abhängigkeit werden. Dies passiert schleichend. Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit. Bei zu hohem oder zu häufigem Konsum ist Alkohol darüber hinaus ein bedeutender Risikofaktor für verschiedene Krebsarten.