BeiNun hat der Kanton Solothurn gehandelt: Am 1. Mai wird nicht wie geplant Samuel Iff die Stelle der bisherigen Kantonsärztin Yvonne Hummel übernehmen. In «gegenseitigem Einvernehmen und ohne finanzielle Entschädigung» haben die Behörden und der Arzt das Anstellungsverhältnis noch vor dem vereinbarten Stellenantritt wieder aufgelöst.
Verschweigen war der Grund
Der Kanton Solothurn schreibt, dass das Vertrauen in Iff «nachhaltig beschädigt» sei, weil dieser ein Strafverfahren verschwiegen habe, das für die Tätigkeit als Kantonsarzt relevant gewesen wäre.
Ob sich Iff tatsächlich etwas zuschulden hat kommen lassen, ist noch völlig offen. Klar ist nur, dass die Berner Polizei vor zwei Jahren beim Arzt zuhause Dokumente und Geräte beschlagnahmte. Derzeit wertet die Berner Staatsanwaltschaft das Material aus. Sie prüft den Verdacht, dass Iff Substanzen verschrieben haben könnte, die gemäss Sportförderungsgesetz verboten sind, wenn sie zur körperlichen Leistungssteigerung eingesetzt werden.
Rein professionelle Nähe zu Doping?
Unbestritten ist, dass Samuel Iff dem Thema Doping sehr nahe steht. Allerdings ist unklar, ob diese Nähe rein professioneller Natur ist und er sich rechtlich nie etwas zuschulden hat kommen lassen, oder ob er seine Kompetenzen als Arzt eventuell überschritten hat.
Medinside berichtete
hier, dass Iff als Berater für das Psychiatriezentrums Münsingen (PZM) tätig war, und zwar in Zusammenhang mit einem Präventionsprojekt gegen den Missbrauch von Dopingmitteln.
Samuel Iff betreibt selber Bodybuilding.| Instagram
Das Präventionsprojekt heisst «Dr. Pump». Es ist nicht, wie viele Medien berichteten, Samuel Iffs Pseudonym in der Bodybuilder-Szene. Das PZM hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Iff dessen Berater-Auftrag vorläufig eingestellt.
«Keinerlei Potential für Konflikte mit dem Gesetz»
Das PZM versicherte nach einer Nachfrage von Medinside: Bei «Dr. Pump» handle es sich um ein Präventionsprojekt, das keinerlei Potential für Konflikte mit dem Gesetz aufweise.
Der Kanton Solothurn schreibt die Kantonsarzt-Stelle nun neu aus. Weil die derzeitige Kantonsärztin Yvonne Hummel eine Weiterbildung im Ausland machen will, und deshalb gekündigt hat, übernimmt ab 1. Mai die langjährige Stellvertreterin Bettina Keune-Dübi zwischenzeitlich das Amt.