Krebspatienten-Organisationen wollen beim Krebsplan mitreden

Swiss-Capa will den nationalen Krebsplan nicht allein den Krebsorganisationen überlassen. Der Verband will auch die Sicht der Patienten einbringen.

, 14. August 2025 um 04:10
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Das pinke Brustkrebsband ist ein internationales Symbol der Solidarität mit Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind oder erkrankt waren. | Angiola Harry on Unsplash
Der Verband der Krebs-Organisationen Oncosuisse hat vom Bundesamt für Gesundheit den Auftrag für einen Nationalen Krebsplan erhalten. Dieses Strategieprogramm zielt darauf ab, die Krebsbekämpfung im Land systematisch zu verbessern. Mitglieder von Oncosuisse sind etwa die Krebsforschung Schweiz und die Krebsliga.
Nun melden sich auch die Krebspatienten-Organisationen zu Wort. Deren Zusammenschluss Swiss-Capa fordert «eine verbindliche Einbindung der Patientenperspektive und eine strukturierte, professionelle Organisation der Krebsversorgung», wie die Organisation mitteilt. Mitglieder von Swiss-Capa sind unter anderem der Schweizer Leberpatienten-Verein Swiss Hepa und die Patientenorganisation für metastasierenden Brustkrebs.
In einer Stellungnahme zum Oncosuisse-Krebsplan schreibt Swiss-Capa: Die direkte Mitwirkung von Patienten und Patientinnen sei «entscheidend, um Versorgungslücken zu erkennen, tragfähige Lösungen zu entwickeln und die Qualität des Gesundheitswesens langfristig zu sichern».
Dehalb soll der Krebsplan 2026-2032 klar definierte, messbare und zeitlich gestaffelte Zielvorgaben enthalten. Unter anderem hat Swiss-Capa folgende Vorschläge:

Krankenkassen sollen Screening-Programme fördern

Für die Früherkennung möchte die Organisation eine nationale Harmonisierung und Finanzierung von Früherkennungsprogrammen zur Beseitigung kantonaler Unterschiede. Ausserdem fordert sie die Kostenübernahme und Förderung von Screening-Programmen durch Krankenkassen.

Transparente Preise für Krebsmedikamente

Beim Zugang zur optimalen Krebsbehandlung findet Swiss-Capa eine «verlässliche und transparente Preisfindung für Medikamente: dringend notwendig». Es soll auch eine klare, schweizweit einheitliche Regelungen zur Finanzierung von Off-label-Use geben.

«Recht auf Vergessen» bei Krebs

Nach zehn Jahren krankheitsfreier Zeit (oder nach fünf Jahren bei Diagnose vor dem 18. Lebensjahr) muss eine überstandene Krebserkrankung nicht mehr offengelegt werden, zum Beispiel bei Versicherungen oder Krediten.
Schliesslich fordert Swiss-Capa auch die Anerkennung und Finanzierung von Patientenorganisationen, die sie ja auch selber vertritt.
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