Das Kantonsspital Baden schliesst das Geschäftsjahr 2024 mit einem Verlust von rund neun Millionen Franken ab – ein Novum in seiner Geschichte.
Zwar verzeichnete das Spital erneut eine Rekordzahl an Patienten und konnte seinen Umsatz auf knapp 500 Millionen Franken steigern. Die Ebitda-Marge lag bei 3,1 Prozent. Doch hohe Sonderkosten im Zusammenhang mit dem Neubau sowie steigende Personal- und Sachkosten liessen das Defizit Realität werden.
«Wir verfügen nun über eine Infrastruktur, die schweizweit ihresgleichen sucht», sagt KSB-CEO Adrian Schmitter: «Und da wir auch medizinisch sehr gut aufgestellt sind, blicken wir optimistisch in die Zukunft.»
Hohe Auslastung
Im letzten Betriebsjahr im Altbau behandelte das KSB-Team 22'922 stationäre Fälle – so viele wie nie zuvor. Seit 2014 stieg die Zahl der stationären Patienten um 23 Prozent. Auch im ambulanten Bereich wurde ein deutliches Plus erzielt – 12 Millionen zusätzliche Taxpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Die OP-Säle waren mit 12'000 chirurgischen Eingriffen stark ausgelastet, der Case-Mix-Index – ein Indikator für die Behandlungsintensität – stieg um 1,5 Prozent.
Der Anteil zusatzversicherter Patienten lag bei 22,4 Prozent – «ein Indiz für die hohe medizinische Qualität, die auch über die Kantonsgrenzen hinaus gefragt ist», kommentiert die Spitalleitung dies in der
Mitteilung: «6,5 Prozent der Patientinnen und Patienten kamen aus anderen Kantonen, die Weiterempfehlungsrate lag bei 95 Prozent.»
Zu tiefe Tarife
Der finanzielle Ertrag blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück. Wie in anderen Spitälern wird dies auch in Baden mit den Tarifen erklärt, die insbesondere im ambulanten Bereich und in der Pädiatrie die Kosten nicht decken. Dazu seien nun hohe Ausgaben für Digitalisierung, Infrastruktur, für zusätzliches Personal und die finale Etappe der Neubau-Inbetriebnahme gekommen, heisst es weiter. «Während die Personalkosten deutlich anstiegen, nahm der Sachaufwand prozentual sogar noch stärker zu.»
Politische Anpassungen
Um die vom Kanton geforderte Ebitda-Marge von 10 Prozent zu erreichen und die Eigenständigkeit des Spitals zu sichern, fordert die Spitalleitung politische Anpassungen.
«Es braucht kostendeckende Tarife im stationären und ambulanten Bereich sowie faire Abgeltungen für Vorhalteleistungen», betont Schmitter. Nur so könne das KSB seinen Businessplan umsetzen und schrittweise in die Gewinnzone zurückkehren.