Hirslanden passt sich der Spitalrealität an – und bereinigt Bilanz

Die grösste Privatklinik-Gruppe verzeichnete 2024/25 einen Verlust im dreistelligen Millionenbereich – vor allem wegen Wertberichtigungen. Die operativen Kennzahlen blieben weitgehend stabil.

, 31. Juli 2025 um 08:48
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Bild: PD
Die grösste Schweizer Privatklinik-Gruppe verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr ein deutliches Minus: Trotz höherer Einnahmen musste Hirslanden am Ende einen operativen Verlust von 295 Millionen schreiben – beziehungsweise einen Gesamtverlust von 324 Millionen Franken. Im Hintergrund stehen grössere Wertberichtigungen: Das Impairment auf Anlagen, Immobilien und andere Werte summierte sich auf insgesamt 413 Millionen Franken.
Im Vorjahr hatte Hirslanden noch einen Betriebsgewinn von 82 Millionen Franken vermeldet (beziehungsweise einen Nettoverlust nach Finanzierungskosten von 58 Millionen Franken). Das Geschäftsjahr des Konzerns in Privatbesitz endet jeweils im März.
Hirslanden: Jahresbericht 2024/25
Allerdings erhöhten sich eigentlichen Ausgaben für den Betrieb der Kliniken im letzten Jahr kaum – also beispielsweise die Kosten für Personal, Aufträge oder Dienstleistungen. So blieb der Personalaufwand mit 964 Millionen Franken fast unverändert. Im Hintergrund steht auch, dass die Gruppe im Laufe des letzten Jahres ein Spar- und Abbau-Programm durchführte.
Dennoch war die Zahl der Beschäftigten am Ende des Geschäftsjahrs leicht höher: Sie erreichte 11’027 nach 10’977 ein Jahr zuvor.
Der Umsatz der Gruppe lag bei 1,94 Milliarden Franken nach 1,90 Milliarden im Vorjahr 2023/24. Sowohl bei den Einnahmen mit stationären Patienten (1,42 Milliarden Franken) als auch bei den ambulanten Fällen (0,31 Milliarden Franken) erzielte Hirslanden Zuwächse.
Das Management erklärt die drastischen Wertberichtigungen mit der allgemeinen Entwicklung im Schweizer Spitalwesen: Teuerung, höhere Energie- und Personalkosten treffen auf Tarife, die wenig und nur zäh angepasst werden. In der Folge mussten die Ertragserwartungen korrigiert werden – was wiederum den verbuchten Wert der Hirslanden-Spitäler und Anlagen senkt. Insbesondere in der Westschweiz (mit 175 Millionen Franken Impairment) nahm Hirslanden eine deutliche Korrektur der Einschätzungen vor.
Zu Hirslanden gehören 17 Kliniken und über 300 medizinische Zentren oder Institute. Die Gruppe hat gut 3'000 Ärztinnen und Ärzte engagiert.
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