Erstes Qualitätslabel für Physiotherapie-Praxen

Der «PhysioCert»-Standard wurde von der Organisation SwissOdp erarbeitet. Nun können die ersten Praxen die Urkunde bei sich aufhängen.

, 17. Dezember 2024 um 06:15
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Die Physiopraxis PlenaVita in Bülach erhält das PhysioCert-Zertifikat von SwissOdp-Vertreterin Lisa Ott (li.)  |  Bild: PD
Erstmals gibt es in der Schweiz ein Qualitätslabel für Physiotherapie-Praxen: «PhysioCert», so der Name, definiert Standards und Mindestanforderungen für die Qualität der Behandlungen sowie für betriebliche Prozesse, die Infrastruktur, die Weiterbildung und vieles mehr.
Im Zentrum steht der zielgerichtete Behandlungsprozess. Aber PhysioCert umfasst auch Regelungen für Management- und Mitarbeiterprozesse, ferner zu Wissenstransfer, zu den räumlichen Gegebenheiten und Geräten oder zum Notfallkonzept.
Bei PhysioCert-Praxen wird beispielsweise kontrolliert, dass alle Therapeuten bei allen Patienten ein Behandlungsziel definieren und dann auf die Zielerreichung hinarbeiten.
Eigentümer der Marke ist SwissOdp, also die Interessengemeinschaft von Physiotherapie-Praxen mit Angestellten. Die Zertifizierung wird in einem zweistufigen Prozess von einer unabhängigen Drittfirma durchgeführt. In der ersten Stufe überprüft diese vor Ort, ob die Dokumentation des Qualitätsmanagement-Systems den Normen entspricht. Dann erfolgt ein Audit vor Ort. Die Dauer eines Audits ist grössenabhängig. Für einen Standort mit fünf Angestellten schlagen typischerweise eineinhalb Tage zu Buche.
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