Die Waadtländer Regierung hat die Reorganisation der Forschung in den Bereichen Onkologie und Zelltherapie am Universitätsspital Lausanne (CHUV) genehmigt. Ersten Schätzungen zufolge werden langfristig rund 50 Stellen nicht mehr finanziert. Die Kantonsregierung hat daher Verhandlungen über einen Sozialplan aufgenommen.
Weil sich der wissenschaftliche Fortschritt beschleunige, die Entwicklungskosten stiegen und die öffentlichen Mittel begrenzt seien, hätten die akademischen und institutionellen Partner des CHUV eine Bilanz gezogen. Das Universitätsspital habe daraufhin beschlossen, seine Forschungsmittel wieder auf die Projekte mit den «besten klinischen Aussichten» zu konzentrieren, so der Staatsrat in seiner
Mitteilung.Ein Sozialplan ist in Vorbereitung
Die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen von einem Sozialplan profitieren können. Der Staatsrat will ein individuelles Unterstützungspaket anbieten, das Mobilitäts-, Ausbildungs- und Umschulungsmassnahmen umfasst.
Das CHUV und die Universität Lausanne (UNIL) teilten ihrerseits mit, sie hätten bereits innerhalb ihrer Organisation Stellen gefunden, die den Betroffenen angeboten werden könnten.
Auf Anfrage von Keystone-SDA erklärt die Direktorin des CHUV, Claire Charmet, dass die genaue Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze erst nach Abschluss der Verhandlungen bekannt sein werde. Einigen Mitarbeitern könnten ihrer Meinung nach Stellen an der Universität Lausanne angeboten werden.
Zwei Onkologie-Abteilungen
Im vergangenen Oktober gaben das CHUV, die UNIL und das Ludwig Institute for Cancer Research (LICR) bekannt, dass sie ihre Zusammenarbeit verlängern würden.
Die bisherige Abteilung für Onkologie wird in zwei Einheiten aufgeteilt: Im CHUV gibt es eine Abteilung für klinische Onkologie, während die UNIL für die Grundlagenforschung zuständig ist und auch das Ludwig Institute Lausanne integriert.
Diese neue Struktur soll laut den beteiligten Institutionen die Synergien zwischen klinischer Forschung und Grundlagenforschung unter der gemeinsamen Leitung des CHUV und der UNIL stärken.
- Das Ludwig Institute bleibt in Lausanne. Zehn Jahre nach der Gründung der Partnerschaft mit dem CHUV und der UNIL wird das Ludwig Institute in die Universität Lausanne integriert, um die gemeinsame Forschung in den Bereichen Immuntherapie und Tumormikroumgebung zu stärken.