Basler Praxisärzte empört über geplante Tarifunterschiede

Die Medizinische Gesellschaft Basel ist verärgert über die geplanten Änderungen bei der Vergütung ambulanter Leistungen. Sie wirft Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger vor, niedergelassene Praxen gegenüber den Spitälern zu benachteiligen.

, 6. Januar 2026 um 07:33
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Dennis Bernoulli, Präsident der Medizinischen Gesellschaft Basel. Bild: zvg
Die Basler Ärzteschaft zeigt sich verärgert über geplante Änderungen bei der Vergütung ambulanter Leistungen. Die Medizinische Gesellschaft Basel (MedGes) kritisiert Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger scharf und fordert eine faire Behandlung für niedergelassene Arztpraxen, wie die «Basler Zeitung (BaZ)» berichtet.
Grund für die Kritik ist die geplante Erhöhung des Taxpunktwertes für spitalambulante Leistungen von 91 auf 95 Rappen, während der Wert für Praxisärzte unverändert bleiben soll. Bisher lagen die Vergütungen in beiden Bereichen gleich hoch.

Bevorzugung der Spitäler

Die MedGes spricht von einer einseitigen Bevorzugung der Spitäler, insbesondere des Universitätsspitals Basel (USB), und bezeichnet die geplante Änderung als krasse Ungleichbehandlung. In einem Schreiben an Engelberger, welches der «BaZ» vorliegt, fordert der Berufsverband «gleich lange Spiesse».
Präsident Dennis Bernoulli betont, dass Praxisärzte seit rund 20 Jahren keinen Teuerungsausgleich erhalten hätten, während Strom-, Personal- und Betriebskosten deutlich gestiegen seien. Zudem sei die MedGes nicht in die Entscheidungsprozesse einbezogen worden und habe erst über Umwege von den Plänen erfahren.
Das Basler Gesundheitsdepartement sagt dazu, dass die basel-städtischen Spitäler ihre Tarifverträge mit den Versicherern Ende 2024 gekündigt hätten und derzeit neue Verträge verhandelten. Unterschiedliche Taxpunktwerte seien in vielen Kantonen üblich. Eine endgültige Entscheidung stehe noch aus. «Es ist unüblich, dass dabei andere Leistungserbringer, hier im konkreten Fall die niedergelassenen Ärzte, einbezogen werden», äussert sich das Gesundheitsderpartement gegenüber der «BaZ».

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