Covid-Impfung: Neue Empfehlung für das Gesundheitspersonal

Eine Auffrischimpfung bietet gemäss BAG dem Gesundheitspersonal einen gewissen kurzzeitigen Schutz vor Infektion mit Erkrankung. Zudem könne eine erneute Impfung Arbeitsausfälle reduzieren.

, 9. September 2022, 08:23
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Das BAG und die Impfkommission empfehlen, dem Gesundheitspersonal die Auffrischimpfung im Herbst 2022 zugänglich zu machen. | Freepik
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Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Freitag die angepassten Covid-19-Impfempfehlungen für Herbst 2022 veröffentlicht. Diese treten am 10. Oktober 2022 in Kraft, wie das BAG am Freitag mitteilt.
Im Vordergrund der angepassten Impfstrategie steht der Schutz «besonders gefährdeter Personen». Dazu gehören Personen über 65 Jahre und Personen, die ein erhöhtes individuelles Erkrankungsrisiko haben, etwa aufgrund einer Vorerkrankung oder einer Schwangerschaft.

Gesundheitspersonal der Akut- und Langzeitbetreuung

Die Empfehlung gilt in zweiter Linie für Personen im Alter zwischen 16 und 64 Jahren ohne Risikofaktoren, die in der Akut- und Langzeitbetreuung tätig sind oder beruflich oder privat besonders gefährdete Personen betreuen. Eine Auffrischimpfung biete diesen Personen einen gewissen kurzzeitigen Schutz vor Infektion mit Erkrankung und könne unter Umständen Arbeitsausfälle reduzieren.
Eine allgemeine Empfehlung besteht dem BAG zufolge zudem für alle anderen Personen ohne Risikofaktoren. Für sie sei eine Auffrischimpfung «nach individueller Abwägung und Entscheidung sinnvoll, wenn sie das Risiko einer Infektion oder eines seltenen schweren Verlaufs vermindern möchten». Für Jugendliche im Alter von fünf bis 15 Jahren empfiehlt das BAG keine Auffrischimpfung, da das Risiko einer schweren Erkrankung sehr gering sei.

Diese Impfstoffe werden empfohlen

Auffrischimpfungen sollten frühestens vier Monate nach der letzten Impfung oder Genesung erfolgen. Alle Impfungen, die den Empfehlungen von BAG und der Kommission für Impffragen (Efik) entsprechen, sind weiterhin kostenlos.
Die Auffrischimpfung wird mit mRNA-Impfstoffen oder Nuvaxovid empfohlen. Bivalente mRNA-Impfstoffe, die an die Omikron-Variante BA.1 angepasst sind, sollen für die Auffrischimpfung bevorzugt verabreicht werden, heisst es. Es könne aber weiterhin auch mit dem bisherigen, monovalenten mRNA-Impfstoff geimpft werden.

Situation habe sich «deutlich» verändert

Aktuell bewegen sich die Covid-19-Infektionszahlen sich nach der letzten Welle im Sommer auf einem relativ tiefen Niveau. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit der Krankheit wird aber eine Zunahme von Virusübertragungen ab Herbst 2022 erwartet. Das Risiko einer Ansteckung oder Erkrankung an Covid-19 und die Belastung des Gesundheitssystems könnten somit erneut zunehmen.
Zwar müsse erneut mit einer Zunahme des Infektionsgeschehens und mit ansteigenden Fallzahlen gerechnet werden. Die Situation habe sich aber im Vergleich zu den beiden letzten Pandemiewintern «deutlich» verändert: Aktuell weisen über 97 Prozent der Bevölkerung Antikörper auf, da sie geimpft oder von Covid-19 genesen sind. Bei Personen ohne Risikofaktoren besteht im Herbst demnach «ein geringes Risiko für schwere Krankheitsverläufe», schreibt das BAG.
  • Impfempfehlung für die Covid-19-Impfung im Herbst 2022 (gültig ab 10.10.2022)

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