Zürichs Datenschützer rügt Spitäler

Zürcher Spitäler gehen zu wenig sorgfältig mit ihren Patienten- und anderen Daten um – auch im Hinblick auf das EPD. Dies sagt der kantonale Datenschützer.

, 23. Juni 2016 um 08:19
image
  • datenschutz
  • spital
  • zürich
  • politik
Der Datenschutzbeauftragte (DSB) des Kantons Zürich, Bruno Baeriswyl, übt bei der Informationssicherheit in Spitälern Kritik. 
Im vergangenen Jahr stellte er «zahlreiche Schwachstellen» fest, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten DSB-Tätigkeitsbericht 2015 hervorgeht. Zum Beispiel: 

  • Es fehlten organisatorische Massnahmen, wie beispielsweise Informationssicherheits- (ISMS) respektive Datenschutzmanagmentsysteme (DSMS). 
  • Auch technische Massnahmen, wie Passwörter, Verschlüsselungen und Verwaltung mobiler Geräte wurden ungenügend umgesetzt.

Erstmals ein KIS geprüft


Genauer untersucht wurde auch ein Klinikinformationssystem (KIS) eines grossen Spitals. Dabei fielen auch hier zahlreiche Schwachstellen auf.
Zum Beispiel wurden die Zugriffe zu wenig eingeschränkt, die Aufbewahrungsfristen nicht mit Blick auf die Gesetzgebung definiert und es fehlte eine detaillierte Risikoanalyse mit entsprechenden Massnahmenplänen, steht dort.  

E-Patientendossier braucht Vertrauen

Patientendaten, hält Bäriswyl fest, seien besonders sensibel und deshalb besonders schützenswert. «Der Missbrauch solcher Daten hat ein grosses Diskriminierungspotential für Betroffene», sagt er gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».
Im Hinblick auf das Elektronische Patientendossier (EPD), welches eingeführt werden soll, fordert der Datenschützer deshalb deutliche Verbesserungen. «Da geht es darum, Vertrauen zu schaffen. Das ist nur möglich, wenn diese Daten sicher und vertraulich behandelt werden.»
Bruno Baeriswyl fordert deshalb eine konsequentere Umsetzung der Datenschutz-Massnahmen. Um den Datenschutz zu verbessern, wird der DSB weitere Kontrollen und Beratungen durchführen, heisst es in dem Bericht weiter. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Nun müssen Spitäler besser werden

Erstmals haben die Spitäler und Krankenkassen einen Vertrag über die Qualität ihrer Arbeit abgeschlossen.

image

Die Insel ist das schnellste Spital der Schweiz

Zum 9. Mal verteidigte die Insel ihren Titel, die fittesten Angestellten zu haben: Sie gewann die Firmentrophy am Berner Stadtlauf.

image

Bei der Gesundheit gibt es keine Bundes-Subventionen zu kürzen

Die Eidgenössische Finanzkontrolle will bei den Subventionen sparen. Der Gesundheitsbereich wird aber vom Bund kaum subventioniert.

image

Studie: Hohe Burnoutgefahr bei Notärzten

Knapp 60 Prozent weisen mindestens ein Burnout-Kriterium auf, über 10 Prozent hatten bereits Suizidgedanken.

image

Die Luks-Gruppe sucht einen neuen CEO

Benno Fuchs geht Ende März 2025 in Frühpension.

image

Landesspital Liechtenstein: Weniger ambulante und stationäre Patienten

Damit rutschte ein weiteres Akutspital 2023 in die roten Zahlen.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.