Worauf Ärzte beim Arbeitgeber achten: Lage, Image, Weiterbildung

Weshalb haben Sie sich für uns entschieden? Das Kantonsspital Winterthur befragt neu eintretende Ärzte nach den Gründen ihrer Wahl – mit erhellenden Resultaten.

, 11. April 2016 um 09:00
image
  • kantonsspital winterthur
  • spital
  • personalmangel
  • ärzte
Denn immerhin dürften die Antworten ein recht gutes Bild geben, auf welche Aspekte man bei der Rekrutierung von medizinischen Mitarbeitern achten sollte. Die Daten aller «Ärzte-Eintrittsbefragungen», welche das KSW in den letzten drei Jahren durchführte, wurden nun im «Landboten» veröffentlicht; insgesamt kamen dabei seit April 2013 über 160 Ärzte zu Wort. 
Wobei: Ausgerechnet einer der wichtigsten Gründe für die Wahl des KSW entzieht sich dem Einfluss des Management – es ist die Lage des Spitals respektive der Stadt Winterthur: 81 Mal wurde sie als entscheidender Faktor genannt. 
Ebenso viele Nennungen erhielten dann die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Überdurchschnittlich oft genannt wurden ferner der gute Ruf des KSW (68 Nennungen) und die Möglichkeit, dort auf einem Spezialgebiet arbeiten zu können (61 Nennungen). Hier hat eine Institution vom Kaliber KSW – mit 3'000 Mitarbeitern eines der zehn grössten Akutspitäler im Land – natürlich einen Vorteil.
Oft genannte Kriterien für eine Anstellung am zürcherischen Kantonsspital waren ferner die Anstellungsbedingungen (43 Nennungen, wobei hier nicht weiter spezifiziert wurde); und häufig erwähnten die neuen Ärzte ferner, dass sie das KSW bereits von einer früheren Anstellung kannten (34 Nennungen) beziehungsweise dass sie hier ein Praktikum absolviert hatten.
Gute Arbeitsbedingungen summieren sich also – in ihrer nachhaltigen Wirkung – zu einem weiteren Hauptaspekt neben Lage, Image und Fortbildungsmöglichkeiten. 

  • Zu den offenen Stellen am Kantonsspital Winterthur

Im «Landbote»-Beitrag berichtet der stellvertretende Spitaldirektor Markus Wittwer denn auch, dass man zur Rekrutierung ehemalige KSW-Mitarbeitende anspreche, und dass auch die Mitarbeiter oft Aussenstehende auf die Stellenangebote aufmerksam machen. «Insgesamt rekrutieren wir am KSW über 40 Prozent der Mitarbeitenden über diese Kanäle», so Wittwer. 
Wobei dieser Weg bei den Ärztinnen und Ärzten nicht ganz so bedeutend sei – was sich letztlich auch bei der Ärztebefragung zeigt.
Konkret wurde die Direktanfrage des KSW dort auch nur selten als Grund für einen Wechsel nach Winterthur genannt (11 Nennungen). Und fast schon irrelevant erscheinen klassische ökonomische Stellenwahl-Aspekte wie die Aufstiegschancen (5 Nennungen) und die wirtschaftliche Sicherheit (1 Nennung) – sowie die Lohnhöhe, die gar nicht erst Erwähnung findet.
Auch in Winterthur bleiben die offenen Stellen bis zu einem halben Jahr unbesetzt, erklärt der stellvertretende Spitaldirektor Markus Wittwer im «Landboten» weiter. Aber: «Insgesamt können wir die Arztstellen aber in der Regel rechtzeitig besetzen».
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Südkoreas Ärzte protestieren - gegen mehr Studienplätze!

In Südkorea streiken die Ärzte. Sie fürchten die Konkurrenz, wenn es wie geplant 2000 Studienplätze mehr geben sollte.

image

Viktor 2023: Reden Sie mit, stimmen Sie ab

Der Countdown zum Award des Schweizer Gesundheitswesens geht weiter. In fünf Kategorien sind starke Leistungen nominiert – jetzt können Sie dazu Ihre Stimme abgeben.

image

Spital Oberengadin benötigt dringend Finanzspritze

Letztes Jahr erlitt die SGO einen Verlust von mehr als 5 Millionen Franken. Nun beantragt sie bei den Trägergemeinden einen Nachtragskredit.

image

Am Kantonsspital Baden gibt es jetzt Video-Dolmetscher

Nach einer Pilotphase führt das KSB das Angebot von Online-Live-Übersetzungen definitiv ein.

image

Die Liste: Operationen, die für schwangere Chirurginnen unbedenklich sind

In Deutschland hat die Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie eine «Positivliste« veröffentlicht.

image
Gastbeitrag von Ronald Alder

Kürzere Arbeitszeiten sind auch nicht die Lösung

Die Politik sieht das Gesundheitswesen unterm Kostenröhrenblick, die Gewerkschaften haben den Arbeitszeitenröhrenblick. Und so werden die wahren Probleme übersehen.

Vom gleichen Autor

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.