Das Monvia Gesundheitszentrum in Muri wird Ende Dezember geschlossen. Als Grund nennt die Gruppe den neuen Zulassungsstopp für Mediziner: Er verunmögliche die Anstellung von Ärzten. Für die Mitarbeitenden werden interne Nachfolgelösungen bei Monvia gesucht; derzeit beschäftigt die Gruppe in Muri fünf Ärzte und sechs MPA.
Im Hintergrund steht ein
Beschluss der Aargauer Kantonsregierung vom März: Wer seine Medizinausbildung nicht in der Schweiz absolviert hat oder mindestens drei Jahre lang hier als Arzt an einer anerkannten Weiterbildungsstätte war, erhält keine Zulassung mehr zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung.
Keine Ausnahmebewilligung
Die kantonale Gesundheitsdirektion erklärte den Schritt primär mit Qualitäts-Argumenten: Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, dass bei ausländischen Ärzten ein «Qualitäts- und Erfahrungsproblem bestehen kann», wenn sie direkt einreisen beziehungsweise ohne Kenntnis der hiesigen Verhältnisse eine Praxis eröffnen. Aber allgemein bekannt ist auch, dass der Ärztestopps zuerst einmal als Idee zur Kostensteuerung gilt.
Der Kanton beschloss dabei, auch Hausärzten keine regionale Ausnahmegenehmigung zu erteilen. Damit sei es unmöglich geworden, im Freiamt Ärzte einzustellen, so die Erfahrung der Monvia-Leitung. Man habe viel in die Suche von geeigneten Ärzten – ohne Erfolg.
Die
Monvia Gesundheitszentren bieten medizinische Grundversorgung an neun Standorten in der Deutschschweiz: Bern, Hochdorf, Inwil, Luzern, Muri, Oberentfelden, Olten, Wallisellen und Winterthur. Sie sind eine Tochtergesellschaft der Concordia.
Neben der Hausarztmedizin werden die Fachgebiete Kinderheilkunde, Gynäkologie und Psychiatrie angeboten. Insgesamt beschäftigt Monvia über 170 Mitarbeitende.
Erschwerend komme das System des ärztlichen Notfalldienstes hinzu, der im Freiamt auch für Nicht-Hausärzte gilt. Hier hätten die Entscheidungsträger Konzepte und Vorschläge zur Anpassung der Dienstsituation oder Ausnahmeregelungen kategorisch abgelehnt.
Monvia bietet den Patientinnen und Patienten an, in den Gesundheitszentren in Hochdorf und Oberentfelden weiterbehandelt zu werden. «Die übrigen acht Monvia Gesundheitszentren sind von diesem Entscheid nicht betroffen, da diese Standorte von besseren politischen Rahmenbedingungen profitieren», so die Mitteilung der Concordia-Tochter weiter.