USZ-Herzteam führt neuartigen Eingriff an einer Herzklappe durch

Ein von Francesco Maisano geleitetes Team hat weltweit erstmals eine undichte Trikuspidalklappe mittels einer neuen Kathetertechnik repariert.

, 26. September 2016 um 08:27
image
  • spital
  • forschung
  • kardiologie
  • universitätsspital zürich
Francesco Maisano, der Direktor der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie, hatte das Cardioband zuvor bereits erstmals in der Schweiz an einer Mitralklappe eingesetzt. Nun gelang erstmals ein Einsatz bei einer undichten Trikuspidalklappe einer 75-jährigen Patientin. Die Patientin sei wohlauf, meldet das USZ.
Das Cardioband diente bisher patientenschonende Methode zur Reparatur einer undichten Mitralklappe im linken Herzen – als minimalinvasive Alternative zur Operation am offenen Herzen. Francesco Maisano war an der Entwicklung des Cardiobandes entscheidend beteiligt.
Dabei kann der undichte Klappenring gerafft und zusammengezogen werden. Hierfür wird das Band mithilfe eines Katheters rund um den Klappenring (Annulus) gelegt, dort befestigt und mit einem Draht zusammengezogen, so dass die Klappe wieder dicht schliesst.

Weniger Risiko

Die Trikuspidalklappe trennt den rechten Vorhof von der rechten Kammer des Herzens. Wie ein Ventil verhindert sie den Rückfluss des Blutes von der Kammer in den Vorhof. Sie erkrankt weitaus seltener als ihr Pendant in der linken Herzhälfte, die Mitralklappe.
Die bisherige Therapie einer Insuffizienz der Trikuspidalklappe bestand aus einem chirurgischen Eingriff am offenen Herzen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. «Da die Insuffizienz dieser Herzklappe oft in der Folge einer Mitralklappen-Erkrankung entsteht, bedeutet der Eingriff am offenen Herzen einen oft risikobehafteten chirurgischen Eingriff», erläutert Francesco Maisano. «Der Einsatz des Cardiobandes als minimalinvasive Therapie und ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine schont die Patientinnen und Patienten und vermindert das Risiko.» So könnten sogar bisher als inoperabel geltende Patienten behandelt werden.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

USZ schreibt neues Klinik-Informationssystem aus

Das Universitätsspital Zürich sucht als KIS einen Alleskönner, der die bisherigen Systeme konsolidiert. Da kommt wohl nur ein Anbieter in Frage.

image

Klinik Hirslanden: Philippe Diserens neu im Management

Der Gesundheitsökonom übernimmt die Leitung des Performance Management.

image

Behandlungsrekord am Kantonsspital Baden

Mehr stationäre Patienten, eine Zunahme der ambulanten Konsultationen, weniger Notfälle – und mehr Benefits für die Angestellten.

image

KSGL: «Wir wollen üsärs Spital retten!»

Die Personalkommission des KSGL stellt sich hinter ihr Spital und kritisiert das Vorgehen des SBK.

image

Gewalt im Spital: Es betrifft nicht nur den Notfall

Und die Lage ist am Wochenende keineswegs besonders kritisch. Eine grosse Datenauswertung in den USA setzt neue Akzente.

image
In eigener Sache

«Wir schliessen eine Lücke im Zuweisermarketing»

Seit Januar arbeiten Medinside Jobs und just-medical! zusammen. Fürs Zuweisermarketing entsteht eine starke Kommunikations-Drehscheibe. Was sie bietet, sagt Stephan Meier-Koll, Head of Sales Medinside.

Vom gleichen Autor

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.