Ärzte greifen während Arbeit zu Alkohol und Drogen

Da die Belastung im Gesundheitswesen hoch ist, erscheinen offenbar Ärzte sogar betrunken oder high zur Arbeit. Dies zumindest geht aus einer Umfrage aus den USA hervor.

, 22. August 2022, 08:00
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Einer von sieben Ärzten gab zu, aufgrund einer psychischen Krise in den letzten drei Monaten am Arbeitsplatz Alkohol oder andere Substanzen konsumiert zu haben. Dies zeigt eine Umfrage mit über 1'000 Beschäftigten im Gesundheitswesen in den USA, durchgeführt von der auf Psychiatrie spezialisierten Institution All Points North (APN).
Jeder fünfte Arzt sagte zudem, täglich mehrmals Alkohol getrunken oder Betäubungsmittel genommen zu haben, wie der «State of Mental Health: American Healthcare Workers Report» weiter zeigt.
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Screenshot APN

Holen sich nicht immer Hilfe

40 Prozent der Befragten verspüren zudem Angst oder Unbehagen, zur Arbeit zu gehen. Und fast die Hälfte der Health-Beschäftigten gab an, aufgrund von Stress bei der Arbeit, entweder an der Belastungsgrenze oder auf der Suche nach einem neuen Job zu sein.
Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen, wie der aktuelle Report weiter zeigt. Oftmals holen sich die Mitarbeitenden aber keine Hilfe, weil sie Angst haben, dass ihre Kollegen und ihre Familie sie dafür verurteilen würden oder sie befürchten, ihre Bewilligung zu verlieren. 

Erinnert an einen Fall in Freiburg

Dass solche Vorfälle auch in der Schweiz vorkommen, hat erst vor kurzem das Beispiel eines Freiburger Anästhesisten gezeigt. Der Mediziner betäubte sich während der Arbeit mit Propofol. Der Arzt, der inzwischen entlassen wurde, soll bereits zuvor in stark alkoholisiertem Zustand zur Arbeit erschienen sein. 

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