Telefonische Notfallberatung für Palliativ-Patienten

Das Projekt «Pallifon» wird auf den Kanton Zug ausgeweitet. Es soll dazu beitragen, dass weniger Patienten hospitalisiert werden müssen.

, 1. Mai 2017, 09:30
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  • palliativmedizin
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  • pflege
Im Kanton Zug steht den Palliativpatienten und ihren Angehörigen ab sofort eine kostenlose Notfallberatung zur Verfügung: Das «Pallifon» ist unter 0844 148 148 rund um die Uhr erreichbar und soll als erste Anlaufstelle für Fragen in palliativen Notsituationen dienen, wenn der betreuende Arzt nicht erreichbar ist.
Hinter dem Projekt  stehen Palliativ Zug, Spitex Kanton Zug und die Zuger Ärztegesellschaft. Eine Idee dabei: In Notsituationen mussten Patienten oder Angehörige bislang die normale Notrufnummer wählen. Dies führt aber öfters zu einer Hospitalisierung – was aber bei Menschen, die zu Hause palliativ betreut werden möchten, häufig unnötig und kräftezehrend ist.

Team der Ärztefon AG

«Das Pallifon trägt dazu bei, dass diese Menschen möglichst lange zu Hause im gewohnten Umfeld betreut werden können», sagt Kurt Frei, Leiter Spezialbereiche der Spitex Kanton Zug. 
Betreut wird das «Pallifon» von einem speziell geschulten Team der Ärztefon AG. Die Finanzierung erfolgt durch die gemeinnützige Zürich Park Side Foundation, Projektbeiträge und Spenden. Die Gesundheitsdirektion Zug beteiligt sich mit einem pauschalen Beitrag.

Ziel: Schweizweite Abdeckung

«Mit diesem neuen Angebot können wir eine wichtige Lücke im Versorgungsnetz für Palliative Care in unserem Kanton schliessen», sagt der Präsident von Palliativ Zug, Peter Frigo.
Pallifon startete als Pilotprojekt der Foundation Zürich Park Side in den Mitgliederregionen der gemeinnützigen Stiftung: Zimmerberg, Knonauer Amt, Höfe, March, Rigi-Mythen und Einsiedeln. Es soll schrittweise auf andere Regionen ausgedehnt werden. Ziel ist eine schweizweite Abdeckung. 
Palliativ Zug vernetzt alle Anbieter von Palliative Care im Kanton Zug – Ärzte, Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Spitex, Pro Senectute, Hospiz Zug, Krebsliga et cetera. Die gemeinnützige Organisation setzt sich seit 2008 ein für ein umfassendes Angebot und einen einfachen Zugang zu Palliative Care für alle Zugerinnen und Zuger. Der Verein führt eine Beratungs- und Informationsstelle für alle Fragen zum Thema und organisiert Veranstaltungen und Weiterbildungen für Fachpersonen und Interessierte. Finanziert wird Palliativ Zug über Mitgliederbeiträge, Spenden, Gönner, Legate und einen kantonalen Beitrag.
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