Antibiotika-Prophylaxe: Eine Stunde vor OP reicht aus

Eine Studie des Basler Unispitals zeigt: Für die Verabreichung der Antibiotika-Prophylaxe ist eine Stunde vor dem Schnitt optimal, um Infektionen zu vermeiden.

, 4. April 2017, 09:48
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«Die Studie beendet eine jahrelange Debatte, ob die Antibiotika-Prophylaxe früh oder spät vor dem Hautschnitt verabreicht werden soll»: So selbstbewusst kommentiert Walter Weber in einer Mitteilung des Unispitals Basel  das Ergebnis, um das es hier geht. Weber ist Chefarzt Brustchirurgie des USB.
Mehrere Studien kamen zum Schluss, dass die Prophylaxe spät, am besten unmittelbar vor dem Hautschnitt gegeben werden sollte. Andere Untersuchungen ergaben wiederum: Das Antibiotikum sollte eher früh verabreicht werden, nämlich mindestens 30 Minuten vor dem Hautschnitt.

Zusammenarbeit mit Aarau und Bern

Die grosse randomisierte Studie mit über 5‘500 Patienten «räumt nun alle Unklarheiten aus dem Weg», heisst es in der Mitteilung. Sie ist unter Federführung des Universitätsspitals Basel entstanden.


Das USB arbeitete mit Walter Marti vom Kantonsspital Aarau und mit Marcel Zwahlen von der Uni Bern zusammen. Die Studie wurde soeben in der Fachzeitschrift für Infektionskrankheiten «The Lancet Infectious Diseases» publiziert.

Auswirkungen auf den klinischen Alltag

Die definitive Klärung dieser Kontroverse habe direkte Auswirkungen auf den klinischen Alltag aller Spitäler mit chirurgischen Abteilungen, schreibt das Unispital weiter. Dies, weil nun auf weitere Anstrengungen zur Einhaltung eines engeren Zeitfensters verzichtet werden könne.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im vergangenen Jahr dazu aufgefordert, mit einer grossen Studie diese Klärung herbeizuführen.
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