Stille Abhängigkeit

Schlaf- und Beruhigungsmittel: Schweizer setzen auf Stilnox und Temesta.

, 25. Juni 2015 um 12:55
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Über drei Prozent der Bevölkerung nehmen täglich oder fast täglich Schlaf- oder Beruhigungsmittel zu sich, vor allem ältere Menschen und mehr Frauen als Männer. Es handelt sich häufig um Benzodiazepine oder ähnliche Medikamente, wie es in einem Bericht von Sucht Schweiz heisst. Ein Blick auf die vertiefende Analyse zeigt, welche Beruhigungs- und Schlafmittel in der Bevölkerung besonders verbreitet sind. Es handelt sich um Stilnox (Zolpiderm) und Temesta. 52,8 Prozent der Befragten, die Beruhigungs- oder Schlafmittel einnehmen, gaben an, dass es sich um Stilnox handelt. Mehrfachnennungen waren möglich. 

  1. Stilnox / Zolpiderm 52,8 Prozent
  2. Temesta 32,6 Prozent
  3. Lexotanil 13,7 Prozent
  4. Dormicum 10,1 Prozent
  5. Xanax 10,1 Prozent
  6. Seresta 8,7 Prozent
  7. Dalmardorm 5,0 Prozent
  8. Rohypnol 4,8 Prozent
  9. Stesolid 3,6 Prozent
  10. Valium 3,4 Prozent

20 Prozent ohne ärztliche Indikation

Die Medikamente werden in erster Linie gegen Schlaf- und Einschlafprobleme eingenommen, aber auch als Mittel zur Beruhigung und Entspannung. Auffällig ist, dass fast 20 Prozent der Personen, die Beruhigungsmittel einnehmen, diese schon mal auf eigene Faust eingenommen haben, also ohne ärztliche Indikation. In der französischsprachigen Schweiz ist dies etwas häufiger der Fall als in der deutschen Schweiz. 

Ritalin Nummer eins bei den Psychostimulanzien

Neben den Benzodiazepinen wurde auch die Einnahme von psychostimulierenden Mitteln untersucht. Dabei sind Ritalin und Concerta eindeutig am häufigsten. Fast die Hälfte aller Patienten nimmt Ritalin.

  1. Ritalin 46,7 Prozent
  2. Concerta 28,0 Prozent
  3. Medikinet 9,5 Prozent



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