Rote Zahlen im Spital Männedorf

Höhere Personalkosten und Auslastungsprobleme zu Beginn konnten im weiteren Jahresverlauf 2014 nicht ganz auskuriert werden.

, 18. Mai 2015, 09:56
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Das Spital Männedorf schloss das Geschäftsjahr 2014 mit einem Verlust von 506‘000 Franken ab. Dabei wurden im Vorjahresvergleich acht Prozent mehr ambulante Leistungen erbracht und stationär 169 Fälle mehr behandelt. Trotz tarifbedingtem Umsatzrückgang im Grundversicherungsbereich ergab sich daraus eine Ertragszunahme von rund 2 Millionen auf 100 Millionen Franken. 
Auf der anderen Seite stand jedoch ein Kostenanstieg, wozu insbesondere höhere Ausgaben für das Personal beitrugen: Diese ergaben sich unter anderem, weil das Spital Männedorf im Frühjahr 2014 Anpassungen an den kantonalen Durchschnitt vornahm. 
Damit fiel der Personalaufwand mit 69,3 Millionen Franken um gut 3 Millionen höher aus als im Vorjahr. Dies, obwohl die Stellenzahl in Männedorf leicht sank: Ende 2014 beschäftigte das Spital 749 Personen – das waren 25 weniger als ein Jahr davor. 

Die Ziele und Strategien

In Zukunft möchte sich das Spital Männedorf noch stärker als integrierte Gesundheitsplattform positionieren. Neben einer guten Grundversorgung will das Haus zugleich Spezialitäten wie die interdisziplinäre Behandlung von Tumorerkrankungen anbieten. Weitere Schwerpunkte liegen bei der Viszeralchirurgie, der Chirurgie des Bewegungsapparates, der Urologie und der Behandlung von Erkrankungen der weiblichen Brust.

Bereits 200 Patienten mehr

Ergänzend dazu hat das Spital Männedorf die Wiederherstellungschirurgie in sein Behandlungsprogramm aufgenommen. Zudem erteilte die Gesundheitsdirektion dem Zürichsee-Haus 2014 den Leistungsauftrag für Bariatrische Chirurgie (Chirurgie zur Behandlung der Fettleibigkeit). Und schliesslich erhielt das Spital den Leistungsauftrag für Akutgeriatrie. Damit kann es im laufenden Jahr ein Kompetenzzentrum für Altersmedizin aufbauen.
Als weiterer Schritt auf dem Weg hin zur Gesundheitsplattform soll im Herbst 2015 die Spitex Zürichsee mit ihrer Zentrale auf dem Areal des Spitals Männedorf einziehen. Weitere Kooperationen sind zudem mit der Klinik Hirslanden und dem Universitätsspital Zürich vorgesehen.

Die Vergütungen an der Spitze

Wie das Spital in der Mitteilung zum Jahresabschluss schreibt, zeigen die eingeleiteten Massnahmen in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres Wirkung. Im ersten Quartal konnten rund 200 Patienten mehr behandelt werden als in der gleichen Periode 2014. «Wir sind zuversichtlich, dass wir uns auf Kurs befinden und den Turnaround im laufenden Jahr schaffen werden», sagt Verwaltungsrats-Präsidentin Beatrix Frey-Eigenmann.
Der Verwaltungsrat des Spitals Männedorf bestand Ende 2014 aus acht Personen, allesamt nicht-exekutive Mitglieder. Ihre Gesamtvergütung betrug 244'118 Franken.
Das Basissalär der zehn Mitglieder der Spitalleitung – ohne Berücksichtigung der medizinischen Honorare – summierte sich auf 2,297 Millionen Franken.

  • Zum Geschäftsbericht 2014 des Spitals Männedorf

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