Regierung greift der Bündner Psychiatrie finanziell unter die Arme

Der Kanton gewährt den Psychiatrischen Diensten Graubünden zusätzliche Gelder von knapp 10 Millionen Franken. Diese sollen für den Neubau der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie eingesetzt werden.

, 19. August 2022 um 06:55
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Die Regierung des Kantons Graubünden teilt den Psychiatrischen Diensten Graubünden (PDGR) einen zusätzlichen Investitionsbeitrag zu. Sie beantragt dem Grossen Rat einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 9,8 Millionen Franken. 
Die Gelder sollen in die neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie fliessen, wie aus einer Regierungsmitteilung hervorgeht. Die neue Klinik umfasst 21 stationäre und 7 tagesklinische Plätze sowie eine Klinikschule und eine Turnhalle. Die Gesamtkosten: rund 33 Millionen Franken.

Konnte keine Reserven bilden

Die Bündner Regierung begründet den zusätzlichen Kantonsbeitrag damit, dass seit der Eröffnung der stationären Jugendstation die damalige Stiftung der KJP keine Anlagenutzungskosten-Reserven bilden konnte, die seit der neuen Spitalfinanzierung für einen Neubau verwendet werden könnten. Eine Querfinanzierung durch die Erwachsenenpsychiatrie sei aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zudem ausgeschlossen.

Grundsätzlich werden an die Spitäler und Klinken seit Einführung der neuen Spitalfinanzierung im Jahr 2012 keine separaten Investitionsbeiträge mehr ausbezahlt. Die Investitionen müssen langfristig aus den ordentlichen Erträgen von Versicherern und öffentlicher Hand für erbrachte medizinische Leistungen zu finanzieren.

Überregionales Bedürfnis vorhanden

Weiter schreibt die Regierung, dass sich durch die «deutliche Zunahme» bei den Wartefristen für ambulante wie auch für stationäre psychologische und psychiatrische Behandlungen von Kindern und Jugendlichen in den PDGR ein überregionales oder gesamtkantonales Bedürfnis ergebe.
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