Psychiatrie untersucht Abgänge von Kaderpersonen

Das Psychiatrische Zentrum AR stellt eine überdurchschnittlich hohe Personalfluktuation fest. Nun sollen externe Juristen die Situation durchleuchten.

, 20. Juli 2021, 11:37
image
Der Verwaltungsrat des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden (Svar) hat entschieden, eine externe Untersuchung zu den Vorgängen und Ereignissen im und um das Psychiatrische Zentrum AR (PZA) in Auftrag zu geben.
Grund ist eine seit längerem überdurchschnittlich hohe Personalfluktuation, wie der Svar am Dienstag mitteilt. Zuletzt haben sich gemäss Spitalverbund zudem mehrere Kaderpersonen entschieden, das PZA zu verlassen.

Konflikte in der Team-Integration

Gleichzeitig entstehe der Eindruck, dass das Zentrum mutwillig und gezielt destabilisiert werde und dass die Team-Integration neu eintretender Personen bewusst unterbunden werde, steht in der Mitteilung zu lesen.
Die Untersuchung startet sofort und wird gemäss Svar von der Anwaltskanzlei Ruoss Vögele aus Zürich durchgeführt. Die Durchleuchtung umfasst unter anderem auch diverse Mitarbeitergespräche. Zur Zeitdauer sei noch keine Angabe möglich.

Vorwürfe sind nicht neu

In der Vergangenheit gab es immer wieder Personen, die sich bei Medinside diesbezüglich gemeldet haben. Sie beobachteten Probleme und ein Exodus von Fachpersonal und Kadermitarbeitenden – speziell beim Psychiatrischen Zentrum und allgemein beim Svar. Der Spitalverbund konnte im Februar 2020 allerdings keine signifikante Veränderung gegenüber den Vorjahren feststellen.
Das Psychiatrischen Zentrum in Herisau wurde bis vor kurzem von Christine Poppe geführt. Die Chefärztin Psychiatrie und Psychotherapie hat den Spitalverbund wie CEO Paola Giuliani inzwischen aber verlassen. Die Umsetzung der strategischen Vorhaben habe sich für Poppe, die seit Juli 2019 dort tätig war, nicht als möglich erwiesen, so die Begründung. Die chefärztliche Patientenbetreuung hat Mirjana Vidakovic ad interim übernommen.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Dieses Spital darf nicht so gross werden wie geplant

Es ist zu teuer: Das neue Schaffhauser Kantonsspital muss um 50 Millionen Franken billiger werden. Das hat der Spitalrat beschlossen.

image

Protest in Lausanne: Angestellte des Unispitals wollen mehr Lohn

Rund 250 Mitarbeitende des Universitätsspitals Chuv und Gewerkschaftsvertreter protestieren vor dem Hauptgebäude für einen vollen Teuerungsausgleich.

image

Die HFR-Operationszentren haben einen neuen Chefarzt

Pavel Kricka leitet neu als Chefarzt die Operationszentren des Freiburger Spitals (HFR). Er ist Nachfolger von Rolf Wymann.

image

Kantonsspital Glarus muss neuen Pflegechef suchen

Markus Loosli verlässt das Kantonsspital Glarus – aus privaten Gründen, heisst es.

image

Konflikt zwischen Unispital und Personal wegen Long-Covid

Aufgrund von Long-Covid-Symptomen ist es Pflegekräften nicht mehr möglich, zur Arbeit ins Genfer Unispital zurückzukehren. Die Lösung soll nun offenbar die Entlassung sein.

image

Privatklinikbesitzer gilt als «nicht erfolgreich integriert»

Michel Reybier wird die Einbürgerung verweigert. Der 77-jährige Miteigentümer von Swiss Medical Network war zu schnell mit dem Auto unterwegs.

Vom gleichen Autor

image

Berner Arzt hat Aufklärungspflicht doch nicht verletzt

Im Fall einer Nasen-OP mit Komplikationen verneint das Bundesgericht eine Pflichtverletzung eines Berner HNO-Arztes. Die Vorinstanzen haben noch anders entschieden.

image

Warum hunderte Pflegekräfte derzeit «Rücktrittsschreiben» verfassen

Eigentlich möchten viele Pflegefachpersonen ihrem Beruf gar nicht den Rücken kehren. Doch das System zwingt sie dazu, wie eine aktuelle Kampagne in den USA exemplarisch zeigt.

image

Ärzte erhalten von Ärzten eine Sonderbehandlung

Ärzte als Patienten kriegen bestimmte Privilegien, die andere Patienten oder Patientinnen nicht erhalten würden. Dies sagt die grosse Mehrheit der in einer Studie befragten Ärzte.