Plastische Chirurgie: Patienten werden älter

Menschen über 40 Jahren werden allmählich zur wichtigsten Klientel von Schönheitschirurgen. Die Nachfrage nach nichtinvasiven Methoden mit Botox oder Hyaluronsäure steigt markant.

, 15. September 2015, 14:19
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Frauen und Männer, die die Dienste von ästhetisch-plastischen Chirurgen in Anspruch nehmen, werden im Schnitt immer älter. Das geht aus der aktuellen Patientenbefragung 2015 der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hervor. Die Ergebnisse aus Deutschland dürften im ganzen deutschsprachigen Raum vergleichbar sein. Demnach waren die Patienten im Durchschnitt 42,5 Jahre alt, etwa vier Jahre älter als noch 2010. Der Trend, sich schon in der Jugend für die Schönheit unters Messer zu legen, flacht ab. Die Gruppe der 18- bis 30jährigen, die in den vergangenen Jahren das Gros ausmachte, liegt nur noch knapp vorne (24,5 Prozent).

Neue Brüste, Falten weg

Wie in den vergangenen Jahren steht die Brustvergrösserung mit Implantat auf dem ersten Platz der beliebtesten Schönheitsoperationen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit der Lidstraffung und der Fettabsaugung zwei weitere Klassiker der Plastischen Chirurgie. Einen leichten Zuwachs verzeichnet das Facelift. 
Vergrößerungen und Straffungen der Brüste stehen bei Frauen weiterhin hoch im Kurs. Neu in den Top Ten bei den Frauen ist die Brustvergrößerung mit Eigenfett. Der Anteil der männlichen Patienten ist wie bereits im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen und beträgt nun 13,5 Prozent. Männer fragten in erster Linie Lidstraffungen nach. Es folgten Fettabsaugen sowie das komplette Programm von Hals-, Stirn- und Faceliftings. 

Frauenwünsche


  1. Brustvergrösserung 20,4 Prozent
  2. Lidstraffung 12,2 Prozent
  3. Fettabsaugung 9,2 Prozent
  4. Hals-, Stirn-, Facelift 6,1 Prozent
  5. Bruststraffung 5,6 Prozent
  6. Bauchdeckenstraffung 5,3 Prozent
  7. Lippenkorrektur 4,8 Prozent
  8. Brustvergrösserung (Eigenfett) 4,4 Prozent
  9. Nasenkorrektur 4,2 Prozent
  10. Intimkorrektur 4,0 Prozent

Männerwünsche


  1. Lidstraffung 20,6 Prozent
  2. Fettabsaugung 18,3 Prozent
  3. Hals-, Stirn-, Facelift 8,4 Prozent
  4. Ohrenkorrektur 6,9 Prozent
  5. Bauchdeckenstraffung 6,1 Prozent
  6. Schweissdrüsenbehandlung 6,1 Prozent
  7. Gynäkomastie-Behandlung 5,3 Prozent
  8. Intimkorrektur 5,3 Prozent
  9. Nasenkorrektur 5,3 Prozent
  10. Narbenbehandlung 3,8 Prozent

Run auf Botox und Hyaluronsäure

Bei den Eingriffen ist der Griff zum Skalpell häufig nicht mehr nötig. Die höchsten Zuwachsraten erfahren derzeit die nichtinvasiven Verfahren zur Faltenbekämpfung mit Botulinumtoxin (13 Prozent aller Eingriffe), Hyaluronsäure / Filler (11 Prozent) oder Eigenfett (2,4 Prozen). Auch die Kryolipose oder Fettvereisung wird zunehmend nachgefragt - ein Verfahren, Fettzellen mittels Kälte zu zerstören. Auf Platz fünf folgt das Medical Needling. 
Die meisten Patienten finden gemäss DGÄPC durch die persönliche Empfehlung von Freunden und Bekannten zu einem Schönheitschirurgen. Erst danach folgen Arztbewertungsportale. Das Patientengespräch gilt als das allerwichtigste Element in der plastischen Chirurgie, nicht zuletzt, um die Patienten herauszufiltern, die nicht operiert werden sollten. 


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