Pflege: «Richtige Diagnose, mutlose Massnahmen»

Helena Zaugg und Yvonne Ribi vom SBK nehmen Stellung zum jüngsten Nationalen Versorgungsbericht für die Gesundheitsberufe.

, 9. September 2016 um 14:45
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  • pflege
  • personalmangel
Die Analyse ist klar und deutlich: der Personalbedarf im Bereich Pflege und Betreuung wird weiter steigen. Seit Jahren bildet die Schweiz aber zu wenig Personal aus, um diesen Bedarf zu decken. Besonders prekär ist es bei den diplomierten Pflegefachpersonen – früher nannte man sie Krankenschwestern oder Krankenpfleger –, da liegt die Erfüllungsquote gerade mal bei 43,1 Prozent!
Wenn man weiss, dass sie es sind, die für die gesamte Pflege verantwortlich zeichnen und in kritischen Situationen reagieren, dann macht diese Zahl mehr als nachdenklich. Studien belegen, dass in einem Spital die Rate der Pflegefachpersonen direkt mit der Sterblichkeitsrate der Patienten zusammenhängt.
Der Berufsverband SBK fordert endlich griffige und wirksame Massnahmen gegen diesen Mangel. Dazu gehören:

  • ein besserer Ausbildungslohn,
  • mehr Wertschätzung für die, die bereits im Job sind,
  • Investitionen in die Vereinbarkeit von Beruf und Familie,
  • Karrierechancen. 
Wenn wir wollen, dass mehr Junge diesen schönen Beruf wählen, dann muss das Image stimmen. Doch dieses wird nicht alleine durch die vorgeschlagene Ausbildungsverpflichtung erhöht – da braucht es konkrete Verbesserungen.

Hintergrund: «Pflegepersonal weiterhin dringend gesucht» – Zum Nationalen Versorgungsbericht Gesundheitsberufe 2016
  • Helena Zaugg ist Präsidentin und Yvonne Ribi ist Geschäftsführerin des Schweizer Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK

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