Pflege: «Entakademisierung» als Hilfsmittel

Der Studiengang Pflege HF in Visp soll ohne Matura begonnen werden können. Insgesamt will der Kanton Wallis mehr Pflege-Profis ausbilden.

, 22. November 2017 um 09:15
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Die Hoffnungen waren gross, die Realität eher enttäuschend: Im vergangenen September begann der erste Studiengang Pflege HF in den Räumlichkeiten der Fachhochschule Gesundheit in Visp, aber nur 9 Studierende waren dabei. Doch damit ist das (bislang auf vier Jahre angelegte) Pilotprojekt noch keineswegs bedroht. Vielmehr setzt die Walliser Kantonsregierung darauf, dieselbe Ausbildung auch für das französischsprachige Unterwallis zu eröffnen.
Dies gab Bildungsdirektor Christophe Darbellay bei der Präsentation des Hochschulberichts bekannt. Der CVP-Politiker legte dar, dass sich derzeit 83 Personen aus dem Wallis ausserkantonal eine Pflegeausbildung absolvieren – und diese jungen Leute würden, wenn sie dereinst diplomiert sind, kaum zurückkehren in den Kanton. Wie der Hochschulbericht zeigt, bildet der Kanton jedes Jahr rund 75 Pflegeprofis weniger aus, als er benötigt (FH und HF).
Die HF-Ausbildung in Visp dauert drei Jahre und wird von der Hochschule für Gesundheit Wallis organisiert. Die Kantonsregierung möchte nun, dass man sich in Visp auch ohne Matura zur Pflegefachperson ausbilden lassen kann. Die Regierung hofft, dass damit künftig jeweils zuverlässig 15 Personen den Ausbildungsgang antreten – so viele Anmeldungen wurden bereits für den nächsten Kurs registriert.

Auch Waadt und Genf

«Es braucht halt seine Zeit», sagte Darbellay gestern im «Walliser Boten». Auch die Bildungsdirektoren in der Waadt und in Genf prüften die Einrichtung eines ähnlichen Studiengangs. Und Darbellay selber will das Angebot auch den Unterwallisern schmackhaft machen. Entscheidend werde, ob die Direktion der Fachhochschule HES-SO davon überzeugt werden kann: Tendenziell halte man in der Romandie wenig von solch einer «Entakademisierung» der Pflegeberufe.
Und so kündigte Christophe Darbellay an, er solle HES-SO-Direktor François Seppey in der Pflege-Frage nun «bearbeiten». 
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