«Kannst du überhaupt ihren Bauchnabel sehen?»

Es ist wohl ein Problem, an das sich die OP-Teams dieser Welt gewöhnen müssen: Der Patient liegt sediert auf dem Behandlungstisch – und nimmt insgeheim alles auf.

, 6. Mai 2016 um 12:47
image
  • arbeitswelt
  • praxis
  • anästhesie
In den USA dreht nun ein weiterer Fall, bei dem Ärzte wegen dem, was sie während einer Operation sagten, ein grosses Problem bekamen.
In diesem Fall geht es um eine Frau aus Texas, Ethel Easter, die zum Aufnahmegerät griff, nachdem sie im Vorfeld einer Bandscheibenoperation mit dem Chirurgen aneinander geraten war.

«Precious, really precious»

Die geheime Aufnahme der Operation brachte einige Äusserungen des Arztes, des Anästhesisten sowie einer OP-Pflegerin ans Licht, die man als abfällig oder eventuell latent rassistisch interpretieren könnte: «Kannst du ihren Bauchnabel sehen?» Eine Aussage könnte womöglich eine Anspielung auf eine übergewichtige, schwarze Hollywood-Filmfigur («precious, really precious»), und in einer anderen Passage lachten die Ärzte über die frührere Aufsässigkeit der Patientin.
Ob dies wirklich zu verurteilen ist, müssen nun nach bekanntem US-Muster die Gerichte entscheiden. Das betroffene Spital ermahnte sein Personal derweil, niemals heikle Äusserungen zu machen.
Die interessante Frage ist nun, wie die Patientin denn das Aufnahmegerät in den OP schmuggeln konnte. Antwort: auf dem Kopf. Es war in der Haarkappe.


  • Der Beitrag von ABC



  • Der Beitrag von Fox News

Dass im «OP-Talk» neue Gefahren lauern, ist denn auch mittlerweile kein Zweifel. Vergangenen Sommer musste ein Ärzteteam in Virginia 500'000 Dollar an einen Patienten überweisen, über den es sich herablassend geäussert hatte und dem es auch falsche Angaben gemacht hatte. 
Der Mann hatte sich einer Koloskopie unterzogen, und während er in Narkose lag, nahm sein Smartphone auf – laut eigenen Angaben durch einen Fehler beziehungsweise aus Zufall. Jedenfalls: Als der Patient später auf dem Nachhauseweg auf «Play» drückte, fiel er aus allen Wolken.

«Hast du Siphilis auf deinem Arm?»

Denn die aufgenommenen Gespräche der Medizinpersonen waren doch gewöhnungsbedürftig. «Schon nach fünf Minuten beim Vorgespräch hatte ich Lust, dir ins Gesicht zu schlagen», sagte zum Beispiel die Anästhesistin, offenbar an den Patienten gewandt. 
Und als die Assistentin auf einen Ausschlag hinwies, meinte sie: «Hast du Siphilis auf deinem Arm oder so was? Es ist wahrscheinlich Tuberkulose im Penis, das wird schon.» In diesem Sinne ging es fröhlich weiter.
Besonders fatal in diesem Fall: Am Ende vereinbarte das Team, dem Patienten ein gefälschtes Diagnosepapier zu übergeben und dabei zu suggerieren, er habe ein abschliessendes Gespräch mit dem Gastroenterologen gehabt: Er könne sich einfach nicht mehr erinnern.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Stadt Uster: Neuer Abteilungsleiter Gesundheit

Hugo Bossi arbeitete zuvor bei der Lungenliga und als Klinikmanager am USZ.

image

«Wir schnüren Ihnen massgeschneiderte Pakete»

Nun gehört Medinside zu just-medical!. Für den Stellenmarkt im Gesundheitswesen entsteht damit ein Kommunikations-Kraftwerk mit zwei Job-Plattformen. Was bietet es? Ein Interview mit Co-Chefin Danijela Miladinovic.

image

Rainer Blaser wird Finanzchef von NSN Medical

Der ehemalige Verwaltungsrat von Zurzach Care übernimmt die Leitung eines neuen Unternehmensbereichs.

image

Klinikunternehmen investieren weiter in Arztpraxen

Das Gesundheitszentrum Fricktal und die Thurklinik planen neue Standbeine in der ambulanten Versorgung.

image

Zurück ins Büro? Oder lieber mehr Homeoffice?

Eine Studie aus den USA liefert nun die Antworten, die Sie schon lange gesucht haben.

image

«Physiotherapie ist eine High-Value-Intervention»

Professorin Karin Niedermann erklärt, wie sich die Physiotherapie verändert hat – und was davon in der Tarifstruktur nicht abgebildet wird.

Vom gleichen Autor

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.